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Rechtstipp vom
30.05.2011

Asbestverseucht auf der Arbeit? Schadensersatz schwierig!

Ein anstrengendes Urteil kommt vom Bundesarbeitsgericht: wenn ein Arbeitnehmer auf der Arbeit asbestverseucht wird, etwa weil er mit Sanierungsarbeiten beschäftigt wird, bei denen er Asbeststaub einatmet, und dann dafür Schadensersatz haben möchte, bekommt er diesen nur dann, wenn er vortragen (und beweisen!) kann, dass sein Arbeitgeber es wusste, dass Asbest vorhanden ist und es auch mindestens billigend in Kauf nahm, der Arbeitnehmer werde dadurch verseucht und erleide vielleicht gesundheitliche Schäden.

Wenn es nicht gelingt, diesen sogenannten „bedingten Vorsatz" nachzuweisen, wird's nichts mit dem Schadensersatz. Das ist bitter für den Arbeitnehmer, der nicht nur Asbest einatmen musste, sondern nun auch noch erlebt, dass man auf See und vor Gericht in Gottes Hand ist.

So kann die Rechtsprechung eigentlich nicht bleiben - es ist mindestens grob unbillig, dem Arbeitnehmer die gesamte Last des anspruchsbegründenden Vortrages aufzuerlegen, der er kaum je gewachsen sein dürfte. Wer als Arbeitgeber weiß, dass er seinen Arbeitnehmer in eine asbestverseuchte Arbeit schickt, der weiß auch, dass damit schwerste gesundheitliche Probleme entstehen können und der muss dafür auch sofort zur Verantwortung gezogen werden können.


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