Google will sämtliche Daten seiner Nutzer zusammenführen

Rechtsgebiete: Medien- und Presserecht, IT-Recht
Rechtstipp vom 01.02.2012

Google will ab Anfang März die Nutzerdaten seiner User zu einem neuen Super-Profil verknüpfen. Datenschützer zeigen sich über den Vorstoß wenig begeistert.

Google hat große Pläne für die Nutzung seiner gigantischen Datensammlung. Sämtliche Informationen, die ein Nutzer bei Google-Diensten hinterlässt, sollen künftig miteinander verknüpft werden. Das erklärte Ziel von Google: zu einer Art persönlichem Assistenten werden und auch Gedanken lesen, meldete Spiegel Online am 25. Januar. Die Datenschützer sind von diesem Vorhaben wenig begeistert.

Der Suchmaschinen-Gigant wird schon bald alle User über alle seine Dienste hinweg als einen einzigen Nutzer behandeln. Für Nutzer eines Google-Accounts, also von Googlemail, dem sozialen Netzwerk Google+ werde das ab Anfang März gelten. Google-Managerin Alma Whitten: „Wenn Sie eingeloggt sind, können wir Informationen, die Sie uns in einem Dienst zur Verfügung gestellt haben, mit Informationen aus anderen Diensten zusammenführen." Mit dem Vorstoß will der Konzern unter anderem die AGB und die Datenschutzregeln vereinheitlichen.

Lange Zeit stand Google für möglichst objektive Suchergebnisse - nun sollen angemeldete Nutzer auf sie zugeschnittene Treffer bekommen, schreibt Spiegel.de weiter. Auch zu diesem Zweck will wohl der Konzern alle Nutzerdaten zu einem neuen Super-Profil zusammenführen. Die Werbung, Googles Haupteinnahmequelle, soll noch besser auf den einzelnen User zugeschnitten werden.

Der Konzern selbst sieht die Pläne als Dienst am Nutzer. Whitten: „Wir können Ihnen eine Erinnerung schicken, dass sie zu einer Verabredung zu spät kommen werden, in Abhängigkeit von ihrem Aufenthaltsort, ihrem Kalender und unseren Erkenntnissen über die Verkehrslage. (...) Die Menschen müssen sich ohnehin viel zu sehr anstrengen, wir möchten ihnen dabei künftig besser helfen können." Google soll auch Theorien darüber aufstellen können, was der Nutzer gerade denkt, „zum Beispiel darauf kommen, was Sie wirklich meinen, wenn Sie Apple, Jaguar oder Pink eintippen."

Was zunächst nützlich klingen mag, lässt bei den Datenschützern die Alarmglocken klingeln. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar etwa hatte immer wieder vor der Möglichkeit gewarnt, dass Internetkonzerne umfassend Profile ihrer Nutzer anlegen könnten. Kritisch wird auch die soziale Suche gesehen. „Ich halte davon solange überhaupt nichts, wie die Nutzer nicht transparent sehen, wie genau diese personalisierten Ergebnisse zustandekommen", zitiert Spiegel Online Thilo Weichert, den Datenschutzbeauftragten Schleswig-Holsteins.


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