Mittelbare Täterschaft

Form der Begehung einer Straftat, bei der der Täter die Tat durch einen anderen ausführen lässt.
Auch der mittelbare Täter ist Täter im Sinne des Strafrechts. Das ergibt sich aus § 25 Absatz 1 Alternative 2 des Strafgesetzbuches (StGB)

Ein mittelbarer Täter führt die strafbare Handlung nicht selbst aus, sondern bedient sich dafür eines anderen Menschen.
Der mittelbare Täter kennt alle Tatumstände und hält die Tat "in der Hand". Er steuert die Tat; es hängt von ihm ab, ob die Tat ausgeführt wird oder nicht.
Deshalb wird ihm die Tat wegen überlegenen Willens oder Wissens zugerechnet.

Der Ausführende wird in diesem Zusammenhang Tatmittler genannt.
Er hat im Vergleich zum mittelbaren Täter eine unterlegene Stellung. Dessen ist sich der mittelbare Täter bewusst, er nutzt dies aus.
Das Handeln des Tatmittlers ist in der Regel nicht strafbar.

Oftmals nutzt beispielsweise der mittelbare Täter den Irrtum des Tatmittlers für seine Tat aus. So wenn der mittelbare Täter dem Tatmittler erzählt, der braune Punkt im Wald sei ein Baum auf dem dieser schießen solle, obwohl er weiß, dass es sich um eine bestimmte Person handelt. Glaubt der Tatmittler dem mittelbaren Täter und erschießt den Menschen, hatte er keinen Vorsatz für eine Tötung und kann deshalb nicht bestraft werden.

Die mittelbare Täterschaft ist zu unterscheiden von der:

  • Anstiftung, die lediglich eine Teilnahme an der Straftat darstellt (§ 26 StGB)
  • Anleitung zu Straftaten, was ein besonderer Straftatbestand ist (§ 130a StGB)