Rechtswidrigkeit

Auch Widerrechtlichkeit.
Eigenschaft einer Handlung, die gegen die Rechtsordnung verstößt.

Im Zivilrecht ist die Rechtswidrigkeit Voraussetzung für Abwehr- und Beseitigungsansprüche (z. B. Unterlassungsansprüche) sowie für eine deliktische Haftung (Schadensersatzansprüche), im Strafrecht Voraussetzung für die Strafbarkeit.

Wird gegen ein bestimmtes Gebot oder Verbot verstoßen, so wird die Rechtswidrigkeit der Handlung grundsätzlich rechtlich vermutet (indiziert).

Die Rechtswidrigkeit entfällt - mit wenigen Ausnahmen - nur, wenn die Handlung gerechtfertigt war, also ein Rechtfertigungsgrund für die Handlung bestand.
Aufgrund der Einheit der Rechtsordnung ist ein zivilrechtlich oder öffentlich-rechtlich gestattetes Handeln auch im Strafrecht nicht rechtswidrig und umgekehrt.

Besonderheiten gelten im Verwaltungsrecht. Hier wird zwischen formeller oder materieller Rechtswidrigkeit unterschieden. Formell rechtswidrig handelt die Verwaltungsbehörde, wenn sie gegen Verfahrensvorschriften, insbesondere die Regeln über ihre Zuständigkeit verstößt. Materielle Rechtswidrigkeit ist dann gegeben, wenn das Handeln der Behörde nicht den Erfordernissen der gesetzlichen Befugnisnorm entspricht und den Betroffenen in seinen subjektiven Rechten verletzt.
Rechtswidrige Verwaltungsakte sind grundsätzlich nicht nichtig, sondern nur in besonders gravierenden Fällen. Werden Sie nicht aufgehoben, bleiben sie trotz Rechtswidrigkeit wirksam.

Praxistipp:

Gegen eine rechtswidrige Handlung kann der Betroffene Notwehr üben, wodurch die Rechtswidrigkeit der Notwehrhandlung entfällt.