08.06.2012 - Drei Schiffe und ein Ziel, nur welches? Eine teilweise Beschäftigungslosigkeit und zu niedrige Charterraten könnten der gesamten Flotte Kopf und Kragen kosten.
LF-Flottenfonds V
Drei Vollcontainerschiffe mit einer Ladekapazität von 2.824 TEU bzw. 2.478 TEU machen den LF-Flottenfonds V aus. Es handelt sich hierbei um die MS „Sarah Schulte", MS „Julia Schulte" und die MS „Victoria Schulte". Die Übernahme der Schiffe erfolgte im Jahr 2005. Einen festen Charterer gab es für die Geschwister auch. Mittlerweile hat lediglich noch die MS „Victoria Schulte" einen solchen, allerdings nur noch bis 2013. Dennoch sollte das gesamte Konzept laut Prospekt von Erfolg gekrönt sein.
Tagelohn zu Dumpingpreisen
Seit Auslaufen des Festchartervertrages Anfang 2009 hatte die MS „Julia Schulte" nur noch diverse Kurzbeschäftigungen. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der starken Konkurrenz durch Neubauablieferungen größerer Schiffsklassen konnte das Schiff nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Die kreditfinanzierende Bank gewährte daraufhin eine Tilgungsaussetzung. Seit April 2010 widerfährt der MS „Sarah Schulte" dasselbe Schicksal. Auch hier soll seither kein kostendeckendes Niveau mehr möglich sein, so dass eine Stundung bei der Bank abermals zwingend notwendig wurde.
Geschwisterliebe oder Teufelskreis
Um bei der MS „Julia Schulte" die Liquidität vorläufig zu sichern, wurde ein Rettungspaket geschnürt, welches auch die Mithilfe ihrer Schwester Victoria beinhaltet. Neben einer weiteren Stundungsvereinbarung bis einschließlich 2011 und der Wiedereinzahlung von Ausschüttungen durch die Anleger in Höhe von 3,2 % der Beteiligungssumme am LF-Flottenfonds V, gewährt die MS „Victoria Schulte" ein Darlehen in Höhe von TUS-$ 600 bis Ende 2013, obwohl diese selbst nur noch bis Juli 2013 eine sichere Beschäftigung hat. Fraglich ist jedenfalls, ob die MS „Julia Schulte" ihren Rückzahlungsverpflichtungen überhaupt noch nachkommen können wird. Auch dürfte es nicht verwundern, wenn die MS „Victoria Schulte" in eine ähnliche Situation gerät wie ihre beiden Schwestern. Der Flotte könnte dann ziemlich schnell das Aus drohen, ebenso den Einlagen der Anleger.
„Frauen und Kinder zuerst"
Dieses Szenario sollte unbedingt im Auge behalten werden. Gerade in letzter Zeit zeigt sich immer wieder, dass hauptsächlich Schiffe in größeren Klassen und mit langen Charterverträgen den Überlebenskampf gewinnen. Diese Voraussetzungen erfüllen die Schulte-Schwestern nicht. Anleger haben allerdings nach Einschätzung der auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Anlegerschutzkanzlei „Dr. Steinhübel Rechtsanwälte" gute Chancen, sich von ihrer Fondsbeteiligung zu trennen. Eine unterlassene Aufklärung über die Risiken und v.a. die geflossenen Provisionen lösen Schadensersatzansprüche aus, die den Anleger zur Rückabwicklung seines Fondanteils berechtigen können.
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