Das Emissionshaus MPC Capital brachte im Jahr 2007 den MPC Rendite Fonds Leben Plus VII auf den Markt. 2007 investierten Anleger rund 70 Mio. Euro in den MPC Rendite Fonds Leben Plus VII. Bei dem Fonds handelt es sich um einen Lebensversicherungsfonds, der in Policen deutscher Kapitallebensversicherungen investiert. Mit dem Kapital der Anleger und ca. 203 Mio. Euro Fremdkapital erwarb die Fondsgesellschaft 3.698 gebrauchte Policen deutscher Kapitallebensversicherungen am Zweitmarkt.
79 % der Investition sollten über das Fremdkapital getätigt werden. Auf jeden Euro Eigenkapital kamen so gehebelt 4 Euro Fremdkapital, für das jedes Jahr Zinsen gezahlt werden müssen. Die Verzinsung der jeweiligen Rückkaufswerte sollte höher sein als die Kapitalkosten der Fremdfinanzierung. Dieses ohnehin sehr riskante Geschäftsmodell geriet durch das Niedrigzinsumfeld infolge der Finanzkrise in Schwierigkeiten. Diese Entwicklung wirkt sich auf die Ausschüttungen für die Anleger der Fondsgesellschaft aus.
Anlegern droht der Totalverlust der Einlagen
Wie ernst die Situation für die Fondsgesellschaft inzwischen geworden ist, lässt sich auch daran ersehen, dass die Beteiligung auf dem Zweitmarkt lediglich noch mit 21 % der ursprünglichen Investitionssumme gehandelt wird. Ausschüttungen wurden keine geleistet. Die Anleger haben somit bis jetzt einen Schaden von fast 80 % ihres eingesetzten Kapitals erlitten. Das sich diese Situation verbessern wird, darf allein aufgrund der Geldpolitik der EZB bezweifelt werden.
Schadensersatz möglich
Die betroffenen Anleger sollten sich mit dieser katastrophalen Entwicklung jedoch nicht abfinden. Die Betroffenen sollten stattdessen prüfen lassen, ob sich Schadensersatzansprüche realisieren lassen. In vielen Fällen wurde die Beteiligung durch Banken und Sparkassen vertrieben. Kreditinstitute sowie freie Anlageberater sind verpflichtet, Anleger vor Zeichnung eines geschlossenen Fonds umfassend über Risiken und sonstige - für die Beteiligung relevante Umstände - vollständig und richtig aufzuklären. Um dies zu erreichen, wird das Beratungsgespräch auf mögliche Fehler untersucht. Ein typischer Fehler ist der unterlassene Hinweis auf Vermittlungsprovisionen (kick backs). Ferner wurden Anleger oft unzureichend über die Risiken einer unternehmerischen Beteiligung eines Lebensversicherungsfonds wie dem MPC Rendite Fonds Leben Plus VII und die damit verbundenen Risiken aufgeklärt. Dabei widersprechen diese Risiken dem Konzept einer sicheren Geldanlage oder gar einer Altersvorsorge. Allein die unterbliebene oder falsche Aufklärung führt in vielen Fällen zu einem Schadensersatzanspruch des Anlegers, mithin auf vollständige Rückabwicklung der Beteiligung.
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