Auslagen

Neben den Gebühren erhält der Anwalt seine Auslagen ersetzt.
Dazu zählen vor allem:

  • Kosten für die Herstellung und Überlassung von Dokumenten (Kopien)
  • Porto- und Telefonkosten
  • Reisekosten
  • Umsatzsteuer

Die Höhe der möglichen Auslagen ist in Teil 7 des Vergütungsverzeichnisses zum Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (VV RVG) geregelt.
Der Anwalt kann die Auslagen meist entweder pauschal oder in tatsächlicher Höhe in Rechnung stellen.

Für Kopien und Ablichtungen entstehen Auslagen von 0,50 Euro pro Seite für die ersten 50 Kopien, darüber hinaus 0,15 Euro für jede weitere Seite (Nr. 7000 VV RVG).
Dies gilt allerdings nur für:

  • notwendige Ablichtungen von Gerichts- oder Behördenakten
  • für Ablichtungen zur Zustellung oder Information des Gegners nur, soweit mehr als 100 Seiten kopiert wurden
  • für Ablichtungen zur notwendigen Information des Mandanten nur, soweit mehr als 100 Seiten kopiert wurden

Rechtstipp: In der Praxis muss der Rechtsanwalt detailliert nachweisen, wann und aus welchem Grund er wie viele Kopien gefertigt hat.

Porto- und Telefonkosten kann der Anwalt in tatsächlicher Höhe berechnen (Nr. 7001 VV RVG).
Er kann aber stattdessen auch pauschal 20 Prozent der in der Angelegenheit angefallenen Gebühren, höchstens aber 20 Euro verlangen (Nr. 7002 VV RVG).

Für die Fahrten mit dem eigenen Pkw stehen der Anwalt 0,30 Euro pro gefahren Kilometer zu (Nr. 7003 VV RVG).
Benutzt er ein anderes Verkehrsmittel, sind die tatsächlichen Kosten entscheidend, soweit sie angemessen sind.
Zusätzlich bekommt er bei jeder Reise eine Abwesenheitspauschale (Nr. 7005 VV RVG):

  • 20 Euro bei Abwesenheit bis vier Stunden
  • 35 Euro bei Abwesenheit von mehr als vier bis acht Stunden
  • 60 Euro bei Abwesenheit von mehr als acht Stunden (je Tag)

Natürlich hat der Anwalt auch Anspruch auf die anfallende Umsatzsteuer (Nr. 7008 VV RVG).
Er muss nicht nur auf die Gebühren, sondern auch auf alle Auslagen die Steuer zahlen.

Zuletzt geändert am 16.04.2007

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