Immer häufiger wird auch in Deutschland die Möglichkeit angeboten
und genutzt, eine außergerichtliche Einigung in einem Konflikt durch
Mediation herbeizuführen. Dabei wird ein neutraler Dritter (der
Mediator) zur Vermittlung zwischen den streitenden Parteien
eingeschaltet, ohne dass diesem eine eigene Entscheidungsbefugnis
zusteht. Anders als im Schiedsverfahren steht bei der Mediation die
Verhandlung der Parteien, das Reden im Vordergrund. Der Mediator soll
die Verhandlungen nur leiten und versachlichen, aber keine eigenen
Lösungsvorschläge unterbreiten.
Der Vorteil der Mediation
gegenüber Gerichtsverfahren und Schlichtungsstellen ist, dass es in
erster Linie nicht um den rechtlichen Aspekt geht. In vielen Fällen
ist ein gerichtlich ausgetragener Streit nur vordergründiger
Konflikt, eigentliche Ursache sind dahinter stehende
zwischenmenschliche Differenzen. Hier setzt die Mediation an - und
kann im Einzelfall dauerhafte Lösungen herbeiführen, von der alle
Parteien profitieren.
In verschiedenen Bundesländern laufen
Modellversuche mit dem Ziel, die Mediation sowohl außergerichtlich
als auch innerhalb gerichtlicher Verfahren stärker in die
Streitbeilegung einzubinden. Vor allem im Ehe- und Familienrecht hat
sich Mediation bereits als durchaus viel versprechende Möglichkeit
der Konfliktlösung erwiesen. Auch an einigen Verwaltungsgerichten
wird bereits Mediation alternativ zum Gerichtsverfahren angeboten.
Für die Mediation gibt es bisher allerdings keine einheitlichen
rechtlichen Vorgaben und Ausbildungsstandards. Eine staatlich
anerkannte Prüfung ist derzeit in Deutschland nicht möglich.
Anerkannte Verbände bieten aber Ausbildungen zum "anerkannten
Mediator", die europäischen Richtlinien entsprechen und damit ein
sicheres Qualitätsmerkmal für Hilfesuchende bieten.
Geschützt
sind beispielsweise folgende Titel:
- Mediator/in BM
(Bundesverband Mediation) - für alle Felder der Mediation
- Mediator/in BAFM (Bundes-Arbeitsgemeinschaft für
Familien-Mediation) - für Mediation in familiären Konflikten
- Mediator/in BMWA (Bundesverband Mediation in Wirtschaft und
Arbeitswelt) - für Mediation im Wirtschaftsbereich
Zuletzt geändert am 10.02.2006
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