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Legal Tech: Die Zukunft der Rechtsberatung hat bereits begonnen

Der Begriff „Legal Tech“ spaltet die Branche wie kaum ein anderer. Handelt es sich lediglich um einen kurzlebigen Hype oder steckt doch mehr dahinter? Wie viel Disruptionspotenzial besteht wirklich und was noch wichtiger ist: Wie können Rechtsanwälte bereits heute davon profitieren? In der Vergangenheit wurde Legal Tech vor allem mit IT-Technologie in Verbindung gebracht, die das Legal-Practice-Management vereinfacht. Populäre Beispiele dafür sind Kanzleisoftwarepakete wie etwa von RA-Micro und Renostar, oder Fachinformations-Datenbanken wie juris und beck-online. Mittlerweile ist aber selbst in den entlegensten Winkeln der deutschen Anwaltslandschaft angekommen, dass die Digitalisierung der Kanzlei weitaus mehr Vorteile bietet. Kein Wunder, dass entsprechende Fachkongresse wie Pilze aus dem Boden schießen. Selbst der Deutsche Anwaltstag 2017 stand ganz im Zeichen von "Innovationen und Legal Tech". Auch ein Blick auf Google zeugt von der immer größer werdenden Bedeutung des Keywords „Legal Tech“. Während der Begriff im Februar 2016 nur 210-mal gesucht wurde, waren es im Oktober 2017 bereits 6600 monatliche Anfragen.

Monatliche Suchanfragen bei Google zum Keyword „legal tech“
Monatliche Suchanfragen bei Google zum Keyword „legal tech“
Quelle: Google Keyword Planer; Stand Jan. 2017

Das Interesse der Verbraucher wächst nachhaltig

Für den Online-Verbraucher ist es heute völlig normal, einen transparenten Zugang zu seinem gewünschten Produkt zu erhalten. Er möchte genau wissen, was er bekommt und zu welchem Preis. Unterschiedliche Quellen (z. B. soziale Netzwerke und Bewertungsportale) dienen als Entscheidungshilfe. Die zunehmende Digitalisierung hat das Verbraucherverhalten in vielen Bereichen komplett verändert – ganz egal, ob Jobsuche, Medienkonsum oder Shopping. Dass sich auch Rechtsratsuchende immer häufiger online informieren, ist deshalb die logische Konsequenz. Man sollte Legal Tech also nicht als Gefahr oder notwendiges Übel, sondern als echte Gelegenheit begreifen. Wer heute schon passende Dienstleistungen sowie Produkte anbietet, wird nicht erst morgen neue Mandanten gewinnen. Durch den Ansatz, die Bedürfnisse des Ratsuchenden in den Vordergrund zu stellen, können Barrieren entfallen und somit mehr Nachfrage geschaffen werden. Insbesondere die präventive Rechtsberatung wird dabei eine immer größere Rolle spielen. Kurz: Legal Tech bedeutet keine Kannibalisierung des Marktes, sondern das genaue Gegenteil. Es wird den Gesamtumsatz deutscher Juristen steigern.

Deutschland ist immer noch Entwicklungsland

Rechtsanwalt Markus Hartung ist Direktor des Bucerius Center on the Legal Profession (CLP) an der Bucerius Law School in Hamburg und Vorsitzender des Berufsrechtsausschusses des DAV. Er begreift Legal Tech als Chance, die aber noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. „Die Schwellen zu diesen Themen müssen gesenkt werden, damit Anwälte die vielen technischen Neuerungen nicht als Bedrohung, sondern als echte Chance begreifen. Da stehen wir aber noch nicht, denn nach einer Studie des Soldan Instituts sind 46 % der Anwälte der Meinung, Legal Tech sei nur gut für die nicht anwaltliche Konkurrenz, nicht aber für die Anwaltschaft. Diese Stimmung ist kein guter Motivator, um sich den Veränderungen zu stellen – denn die Veränderungen kommen, daran gibt es gar keinen Zweifel.“

Wolf-Joachim von Rosenstiel, Rechtsanwalt für Familienrecht, sieht viel Nachholbedarf: „Wie weit die Anwaltschaft in Bezug auf Legal Tech ist, zeigt das professionelle Vorgehen der Bundesrechtsanwaltskammer. Zweistellige Millionenbeträge werden für ein unbrauchbares elektronisches Postfach in den Sand gesetzt, weil niemand Ahnung von der Materie hat. Für Datenverarbeitung und Mandantenakquise wird Legal Tech aber immer wichtiger. Allerdings gibt es im Marketingbereich massenhaft schwarze Schafe, die Produkte mit ungenügendem Preis-Leistungs-Verhältnis offerieren. Alles Weitere steckt, z. T. auch wegen standesrechtlicher Probleme, noch in den Kinderschuhen.“

Wie können Anwälte heute schon von Legal Tech profitieren?

Boris Gendelev ist nicht nur Rechtsanwalt, sondern auch Head of Product bei anwalt.de. Als Legal Engineer beschäftigt er sich mit der Digitalisierung des Rechts und vertritt eine klare Meinung: „Wir Anwälte werden uns viel mehr als heute als Dienstleister begreifen und auch so auftreten müssen. Und das heißt nicht, dass wir dabei unsere Rolle als Organ der Rechtspflege aufgeben müssten. Eine gute Dienstleistung im Zeitalter von Legal Tech wird nicht etwa durch Honorardumping oder „Roboter-Anwälte“ charakterisiert, sondern durch absolute Mandantenfokussierung und effiziente Prozesse. Wenn es beispielsweise um die Abwicklung eines Blechschadens geht, wird künftig kein Mandant einen Vor-Ort-Termin in der Kanzlei wahrnehmen und Schriftsatzabschriften auf dem Postweg erhalten wollen. Er wird vielmehr eine strukturierte und effiziente Problemlösung erwarten, auch wenn er den sachbearbeitenden Anwalt dabei nie zu Gesicht bekommt. Gleichzeitig werden die Empathie, die ein Anwalt seinem Mandanten in einer emotional belastenden Situation entgegenbringt, und die Souveränität, die er dabei ausstrahlt, durch keine „Legal Tech“-Lösung ersetzt werden.“

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