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Scheidungskosten

Scheidungsrechner

Sie möchten die Scheidung einreichen? Dann sollten Sie wissen, wie ein Scheidungsverfahren abläuft und wie sich die Scheidungskosten berechnen.

Wie und wo kann ich die Scheidung einreichen?

Auch wenn Sie auf dem Standesamt geheiratet haben, können Sie Ihre Ehe nicht einfach wieder beim Standesbeamten aufheben lassen. Sie müssen beim örtlich für Sie zuständigen Amtsgericht die Scheidung beantragen. Dort ist das Familiengericht zuständig. Vor dem Familiengericht besteht Anwaltszwang. Dies bedeutet, dass Sie selbst keine Anträge stellen können, sondern sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen müssen. Der Rechtsanwalt reicht für Sie den Scheidungsantrag beim Familiengericht ein und vertritt Sie auch in der mündlichen Verhandlung, in der das Familiengericht die Scheidung ausspricht.

Wann kann ich mich scheiden lassen?

Sie können die Scheidung einreichen, wenn Ihre Ehe gescheitert ist, Ihre Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und nicht mehr zu erwarten ist, dass Sie diese wiederherstellen wollen. Dazu müssen Sie seit einem Jahr von Ihrem Ehegatten getrennt leben und können frühestens mit Ablauf des Trennungsjahres das Scheidungsverfahren beantragen. Ist Ihr Ehepartner mit der Scheidung nicht einverstanden, kann er die Scheidung verzögern. Spätestens nach drei Jahren werden Sie auch gegen den Willen Ihres Ehepartners geschieden.

Was bedeutet das Trennungsjahr?

Sie können die Scheidung erst dann einreichen, wenn Sie wenigstens ein Jahr getrennt von Ihrem Ehepartner gelebt haben. Trennung bedeutet, dass Sie, bildlich gesprochen, Tisch und Bett getrennt und einen eigenständigen Haushalt begründet haben. Dazu können Sie auch innerhalb Ihrer gemeinsamen Ehewohnung getrennt leben, solange Sie nur die Gemeinschaftsräume wie Küche und Bad gemeinsam nutzen. Versöhnungsversuche halten den Lauf des Trennungsjahres nicht auf. Das Trennungsjahr ist auch verbindlich, wenn Sie nur kurze Zeit verheiratet waren.

Wie läuft das Verfahren ab?

Möchten Sie die Scheidung beantragen, sollten Sie sich frühzeitig anwaltlich beraten lassen und die Scheidungsvoraussetzungen sowie die Modalitäten Ihrer Trennung abklären. Vor allem sollten Sie alle dafür notwendigen Unterlagen zusammentragen. Dazu gehört mithin, dass Sie zur Vorbereitung des Versorgungsausgleichs Ihre Rentenanwartschaften bei Ihren Rentenversicherungsträgern abklären. Ferner benötigen Sie eine Kopie Ihres Familienstammbuches oder Heiratsurkunde sowie die Geburtsurkunde der Kinder, ferner die beglaubigte Kopie einer eventuell vereinbarten notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung. Sofern Sie den Scheidungsantrag mit einem Antrag auf Verfahrenskostenhilfe verbinden wollen, müssen Sie auch Ihre Gehaltsbelege beilegen und Ihre Verbindlichkeiten belegen. Mit der Einreichung des Scheidungsantrags beim Familiengericht beginnt das Scheidungsverfahren.

Was sind einvernehmliche und streitige Scheidung?

Im Idealfall stimmt Ihr Ehepartner Ihrem Scheidungswunsch zu, sodass Sie sich einvernehmlich scheiden lassen können. Soweit Sie die mit der Scheidung verbundenen Scheidungsfolgen regeln möchten, sollten Sie mit Ihrem Ehepartner eine Scheidungsfolgenvereinbarung verhandeln. Geht es um Scheidungsfolgen, stehen Trennungsunterhalt, Ehegattenunterhalt, Sorge- und Umgangsrecht für die gemeinsamen Kinder, Zugewinnausgleich, Zuteilung der Ehewohnung oder Aufteilung des Hausrats zur Debatte. Eine Scheidungsfolgenvereinbarung müssen Sie notariell beurkunden oder vor dem Familiengericht im mündlichen Verhandlungstermin protokollieren lassen. Sie ersparen sich damit erhebliche Gebühren für Anwalt und Gericht. Können Sie sich über die Scheidungsfolgen nicht verständigen, verläuft die Scheidung streitig.

Wie ist der Verfahrensablauf?

Nach Eingang Ihres Scheidungsantrags fordert das Gericht Ihren Ehepartner auf, zu Ihrem Scheidungswunsch Stellung zu nehmen. Zugleich übersendet das Gericht beiden Partnern Formulare zur Durchführung des Versorgungsausgleichs. Dabei müssen Sie beide Ihre Rentenversicherungsträger bekanntgeben. Das Familiengericht wird dann die betreffenden Rentenversicherungsträger um Auskunft über Ihre Rentenanwartschaften bitten. Sobald die Auskünfte vorliegen, kann das Familiengericht Termin zur mündlichen Verhandlung bestimmen. Stimmt Ihr Ehepartner dem Scheidungsantrag nicht zu und will dazu Stellung nehmen, muss er seinerseits einen Rechtsanwalt beauftragen. Wenn die gegenseitigen Argumente ausgetauscht sind, bestimmt das Gericht Verhandlungstermin.

Wie sind die Scheidungskosten zu berechnen?

Anwalts- und Gerichtsgebühren werden nach Gebührentabellen abgerechnet. Am günstigsten ist die einvernehmliche Scheidung. In diesem Fall fällt außergerichtlich die Notargebühr für die Beurkundung einer Scheidungsfolgenvereinbarung an. Die Scheidungskosten für das Gerichtsverfahren werden nach einem Verfahrenswert von mindestens 3000 € auf der Grundlage Ihrer beider dreifacher monatlicher Nettoeinkommen abgerechnet. Beispiel: Verdienen Sie und Ihr Ehepaar zusammen 4000 € netto, ergibt sich ein Verfahrenswert von 12.000 €. Daraus errechnet sich eine Anwaltsgebühr von ca. 785 Euro und eine Gerichtsgebühr von 801 Euro. Zusätzlich wird der von Amts wegen durchzuführende Versorgungsausgleich mit einem Verfahrenswert von 1000 € abgerechnet.

Führen Sie die Scheidung streitig durch oder streiten Sie sich über irgendwelche Scheidungsfolgen, fallen zusätzliche Gebühren und zusätzliche Gegenstandswerte an. Streiten Sie sich über den Ehegattenunterhalt, berechnet sich der Verfahrenswert nach dem Jahresbeitrag des geforderten monatlichen Unterhaltsbetrages.

Was ist, wenn ich die Scheidungskosten nicht bezahlen kann?

Können Sie die Scheidungskosten nicht bezahlen, haben Sie zunächst gegen Ihren Ehepartner einen Anspruch auf Kostenvorschuss. Der Kostenvorschuss ist ab dem Zeitpunkt der Trennung neben dem laufenden Unterhalt zu zahlen. Ist dieser Weg verschlossen, können Sie staatliche Verfahrenskostenhilfe beantragen. Dazu müssen Sie in einem amtlichen Formular Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse darlegen. Verfügen Sie nur über ein geringes Einkommen, übernimmt der Staat die Gerichts- und Anwaltsgebühren. In Abhängigkeit von Ihrem Einkommen verauslagt der Staat die Gebühren und fordert den verauslagten Betrag ratenweise von Ihnen zurück.

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