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Rechtsanwalt Ankaufsuntersuchung Rechtsanwälte | anwalt.de

Die Ankaufsuntersuchung ist eine Untersuchung, die von einem Tierarzt beim Pferdekauf durchgeführt wird. Der Tierarzt überprüft bei der Ankaufsuntersuchung, ob beim Pferd ein chronischer oder akuter Schaden vorliegt und ob das Tier für den vorgesehenen Zweck geeignet ist. Zum Beispiel, ob ein Fohlen die Eigenschaften von einem Sportpferd erfüllt und für den Turniersport geeignet ist. Ob der Pferdekäufer oder der Pferdeverkäufer für die Kosten der Ankaufsuntersuchung aufkommt, hängt von der vertraglichen Vereinbarung ab, meistens übernimmt jedoch der Pferdekäufer die Tierarztkosten.

Erfolgt die Ankaufsuntersuchung, bevor der Kaufvertrag abgeschlossen wird, und kommt der Tierarzt zu dem Ergebnis, dass bei dem Pferd ein Mangel vorliegt, scheitert in den meisten Fällen der Pferdekauf und der Pferdekäufer wird vom Vertrag Abstand nehmen. Soll die Ankaufsuntersuchung allerdings erst nach Abschluss des Kaufvertrags stattfinden, sollte das im Vertrag vereinbart werden. Will der Pferdeverkäufer eine gewisse rechtliche Bindung erreichen, kann zum Beispiel im Pferdekaufvertrag geregelt werden, dass der Pferdekauf erst stattfindet, wenn die Ankaufsuntersuchung kein negatives Ergebnis hat.

Fällt die Ankaufsuntersuchung negativ aus, ist ein Rücktritt des Käufers vom Vertrag möglich. Da der Pferdekauf dem allgemeinen Kaufrecht unterliegt, gelten die gesetzlichen Fristen für die Gewährleistung, wenn nichts anderes im Vertrag vereinbart worden ist. Allerdings erfassen diese eine sehr lange Zeitspanne, die den Interessen in Hinblick auf die Verjährung nicht gerecht wird. Daher kann im Kaufvertrag vereinbart werden, innerhalb welcher Zeitspanne der Käufer nach Übergabe des Pferdes dem Pferdeverkäufer einen negativen Befund der Ankaufsuntersuchung bekanntzugeben hat und wann er Gewährleistungsrechte geltend machen kann.

Neben ihrer Rolle in Hinblick auf die kaufrechtlichen Aspekte kann eine Ankaufsuntersuchung auch bei der Tierarzthaftung relevant werden. Denn dieser muss dem Pferdeverkäufer oder dem Pferdekäufer Schadenersatz leisten, wenn ihm bei der Ankaufsuntersuchung ein Fehler unterlaufen ist und er vorsätzlich oder fahrlässig beispielsweise einen Gesundheitsfehler beim Pferd übersehen hat bzw. einen negativen Befund bei seinem Gutachten übermäßig oder unzutreffend gewichtet hat.

(WEL)

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Thema Ankaufsuntersuchung

ist Bestandteil des Rechtsgebiets Pferderecht