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Bausparvertrag gekündigt? Das sollten Sie unbedingt beachten!

Oder wählen Sie einen passenden Anwalt in Ihrer Nähe

Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Ein Haus kaufen, eine Eigentumswohnung besitzen oder einfach nur eine lukrative Vermögensanlage? Für den Abschluss eines Bausparvertrages gibt es viele gute Gründe. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Bausparkasse diesen kündigen will.

Die wichtigsten Fakten

  • Ende 2017 gab es 27,8 Millionen abgeschlossene Bausparverträge.
  • Bausparverträge können gekündigt werden, wenn die Bausparsumme komplett angespart ist.
  • Die Kündigung ist möglich, wenn ein Bausparvertrag mehr als 10 Jahre zuteilungsreif ist.
  • Ausnahme: Wenn ein Zinsbonus vereinbart wurde

So gehen Sie vor

  1. Akzeptieren Sie nicht sofort die Kündigung Ihres Bausparvertrages!
  2. Finden Sie heraus, warum Ihnen die Bausparkasse den Vertrag gekündigt hat.
  3. Prüfen Sie, ob Sie einen Vertrag mit Treue- und Zinsbonus haben.
  4. Wenden Sie sich am besten an einen erfahrenen Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist ein besonderer Darlehensvertrag, der zwischen einem Kunden und einer Bausparkasse abgeschlossen wird. Dieser dient in der Regel zur Finanzierung einer Immobilie, zur Modernisierung oder zum Umbau einer Wohnung oder eines Hauses, also für wohnwirtschaftliche Zwecke.

Alternativ können Sie einen Bausparvertrag abschließen, wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhalten und diese anlegen möchten. In vielen Fällen haben Sie Anspruch auf eine staatlich geförderte Arbeitnehmersparzulage oder auf eine Wohnungsbauprämie. In diesem Fall dient der Bausparvertrag zum Vermögensaufbau und kann somit zur Altersvorsorge genutzt werden.

Was können Sie in einem Bausparvertrag regeln?

Beim Abschluss eines Bausparvertrages vereinbaren Sie einen bestimmten Bauspartarif, der folgendes festlegt:

  • Bausparsumme
  • Höhe des Spar- und Darlehenszinses
  • Tilgungszeit
  • evtl. Mindestvertragsdauer
  • Mindestsumme bei Zuteilung
  • Regelspar- und Tilgungsbeiträge
  • Abschlussgebühr
  • evtl. Zins- oder Treuebonus

Die Bausparkasse legt die Konditionen für einen Bausparvertrag fest, d. h., sie bestimmt die entsprechenden Zinssätze (z. B. Darlehenszins, Bonusverzinsung) und die Voraussetzungen für die Zuteilung (Mindestsparguthaben, Mindestbewertungszahl). Außerdem wird der Regelsparbeitrag festgesetzt sowie die Höhe der Abschlussgebühr und Zins,- sowie Tilgungsbeiträge. Falls das Bauspardarlehen nicht in Anspruch genommen wird, wird die Höhe der Rückverzinsung des Guthabens geregelt.

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Bausparvertrag gekündigt

Hier erfahren Sie, ob die Kündigung Ihres Bausparvertrages wirksam war oder nicht.

Lassen Sie sich hier beraten!

Wann ist ein Bausparvertrag zuteilungsreif?

Bausparer, die einen Bausparvertrag abgeschlossen haben, um ihre Immobilie zu finanzieren, warten gespannt auf den Moment der Zuteilungsreife. Ab diesem Zeitpunkt können sie ihren Anspruch auf das Darlehen geltend machen. Wann ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist, hängt u. a. davon ab, ob die vereinbarte Mindestsumme bereits angespart wurde, welche in der Regel 40 % der Bausparsumme beträgt. Außerdem muss die vereinbarte Mindestsparzeit eingehalten werden und eine ausreichende Bewertungszahl vorliegen.

Warum möchten Bausparkassen alte Bausparverträge kündigen?

Seit einigen Jahren kündigen Bausparkassen Altverträge, für die hohe Guthabenszinsen vereinbart wurden. Da immer mehr Bausparer das Darlehen nicht in Anspruch nehmen und den Bausparvertrag aufgrund der guten Konditionen weiterbesparen, ist es aufgrund der jahrelangen Niedrigzinsphase für Bausparkassen immer schwieriger, die hohen Zinsen auszubezahlen.

Wann dürfen Bausparkassen einen Bausparvertrag kündigen?

  • Wenn bereits die gesamte Bausparsumme angespart wurde, ist die Bausparkasse berechtigt, Ihren Bausparvertrag zu kündigen.
  • Die Bausparkasse darf den Bausparvertrag kündigen, wenn der Bausparvertrag seit mindestens zehn Jahren zuteilungsreif ist.
  • Wenn es um einen Bausparvertrag mit einem Treue- oder Zinsbonus geht, darf die Bausparkasse diesen auch zehn Jahre nach Zuteilungsreife nicht kündigen. Die Zehn-Jahres-Frist beginnt in diesem Fall erst ab dem Zeitpunkt, an dem der Bausparer Anspruch auf seinen Zinsbonus hat.

Was sollten Sie nach der Kündigung Ihres Bausparvertrages unternehmen?

Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, der für Sie die Wirksamkeit der Kündigung überprüft. Er befasst sich mit den Vertragsbedingungen und informiert Sie über Ihre Möglichkeiten, gegen die Kündigung vorzugehen, wenn diese unzulässig war.

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Bausparvertrag gekündigt

Hier erfahren Sie, ob die Kündigung Ihres Bausparvertrages wirksam war oder nicht.

Lassen Sie sich hier beraten!
Von
Renate Held
anwalt.de-Redaktion