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Fahrverbot: Wann wird es verhängt und können Sie es verhindern?

Oder wählen Sie einen passenden Anwalt in Ihrer Nähe

Verkehrsrecht

Wenn Sie im Straßenverkehr einen Fehler gemacht haben, können nicht nur ein Bußgeld und Punkte, sondern auch ein Fahrverbot die Folge sein. Wenn Sie ein solches erhalten haben, ist es Ihnen untersagt, Kraftfahrzeuge jeder Art oder einer bestimmten Gattung auf öffentlichen Straßen zu führen. Unter gewissen Voraussetzungen können Sie jedoch die Verhängung eines Fahrverbots abwenden.

Die wichtigsten Fakten

  • Wird ein Fahrverbot gegen Sie verhängt, so müssen Sie Ihren Führerschein für eine Dauer von bis zu sechs Monaten abgeben und bekommen ihn anschließend zurück.
  • Ein Fahrverbot droht Ihnen generell bei Vergehen, die mit zwei Punkten in Flensburg geahndet werden.
  • Während des Fahrverbots dürfen Sie überhaupt kein Kraftfahrzeug – auch kein Mofa oder E-Bike – fahren.
  • Beim Führerscheinentzug verliert man im Gegensatz zum Fahrverbot die Fahrerlaubnis. Daher erhält man bei einem Fahrverbot den Führerschein automatisch zurück, beim Führerscheinentzug dagegen nicht.
  • Seit 24. August 2017 kann man ein Fahrverbot auch als Nebenstrafe aufgrund von Straftaten, die nichts mit der Teilnahme am Straßenverkehr zu tun haben, erhalten.

So gehen Sie vor

  1. Halten Sie bei behördlich verhängten Fahrverboten die zweiwöchige Widerspruchsfrist gegen den Bußgeldbescheid ein!
  2. Lassen Sie diese Frist verstreichen, dürfen Sie am Ende dieser zwei Wochen nicht mehr fahren.
  3. Ziehen Sie am besten einen Rechtsanwalt hinzu!
  4. Gerichtlich verhängte Fahrverbote werden eine Woche, nachdem Ihnen das Urteil zugestellt wurde, wirksam. Daher müssen Sie innerhalb dieser Frist Rechtsmittel einlegen.
  5. Wenn Sie mindestens die letzten 2 Jahre straffrei geblieben sind, kommt es erst nach vier Monaten zum Entzug Ihres Führerscheins. In welchem dieser vier Monate Ihr Verbot beginnen soll, können Sie selbst bestimmen.

In welchen Fällen droht Ihnen ein Fahrverbot?

Mit einem Fahrverbot müssen Sie u. a. rechnen:

  • Wenn Sie als Autofahrer mit mehr als 0,5 Promille am Steuer erwischt werden, müssen Sie einen Monat lang den Führerschein abgeben. Im Wiederholungsfall müssen Sie für eine Dauer von drei Monaten ohne Führerschein auskommen.
  • Bei einem Geschwindigkeitsverstoß können Sie auch ein Fahrverbot erhalten. Sind Sie innerorts mehr als 30 km/h zu schnell gewesen, geben Sie den Führerschein einen Monat lang ab. Außerorts besteht ein einmonatiges Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 40 km/h. Wenn Sie mehr als 70 km/h zu schnell gefahren sind, müssen drei Monate lang ohne Führerschein auskommen, egal wo sich der Geschwindigkeitsverstoß ereignet hat.
  • Wenn man Ihnen nachweisen kann, dass Sie eine rote Ampel, die schon länger als 1 Sekunde Rot zeigte, überfahren haben, müssen Sie ebenfalls für einen Monat den Führerschein abgeben.
  • Wenn man Sie mit Alkohol oder Drogen hinter dem Steuer antrifft, kommt es in jedem Fall zu einem Fahrverbot gegen Sie. Dieses fällt höher aus, wenn Sie den Verstoß mehrfach begehen. 
Wer z. B. aus beruflichen Gründen unbedingt den Führerschein benötigt oder den vorgeworfenen Verkehrsverstoß anzweifelt, sollte sich auf jeden Fall von einem Rechtsanwalt vertreten lassen. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und anschließend beurteilen, ob sich ein Fahrverbot abwehren lässt.

Entwicklung der Zahl der Fahrverbote

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Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt
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Wenn Sie im Straßenverkehr einen Fehler gemacht haben, können nicht nur ein Bußgeld und Punkte, sondern auch ein Fahrverbot die Folge sein.

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Drohen Fahrradfahrern auch Fahrverbote?

Fahrradfahrer haben als Verkehrsteilnehmer die gleichen Rechte und Pflichten wie Autofahrer. Das heißt, auch Radfahrer können Punkte sammeln und ein Fahrverbot erhalten. Dieses kann womöglich auch für andere Fahrzeuge gelten.

Ein Fahrverbot fürs Fahrrad kann gegen Sie verhängt werden, wenn Sie betrunken oder unter Einfluss von Drogen Fahrrad gefahren sind oder sich einfach nicht an Verkehrsregeln gehalten haben. Wenn Sie in diesem Fall dennoch Fahrrad fahren, müssen Sie mit der Verhängung weiterer Sanktionen und einem Bußgeld von 1.000 Euro rechnen.

Bei einem Wert ab 1,6 Promille droht Ihnen neben einem Fahrverbot fürs Fahrrad ebenso ein Entzug des Führerscheins. Jedoch kann auch bei einem niedrigeren Promillewert und unter Drogeneinfluss eine Strafanzeige sowie ein Fahrverbot drohen, weil Sie Ausfallerscheinungen zeigten und z. B. Schlangenlinien gefahren sind.

Zudem kann es auch bei Fahrradfahrern zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung kommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie einen Führerschein besitzen oder nicht.

Was passiert, nachdem Sie ein Fahrverbot erhalten haben?

Wenn man Ihnen den Führerschein entzogen hat, sind Sie verpflichtet, ihn bei der Behörde abzugeben, die den Bußgeldbescheid ausgestellt hat. Das ist im Regelfall die Bußgeldstelle oder Staatsanwaltschaft.

Falls Sie sich weigern, Ihren Führerschein freiwillig dort abzuliefern, kommt es zu einer Beschlagnahme. Ist das Verbot abgelaufen, können Sie ihn einfach wieder abholen. Von Fall zu Fall erhalten Sie Ihren Führerschein bereits einige Tage vor Ablauf des Verbots wieder auf dem Postweg. Dennoch sollten Sie sich unbedingt bis zum Ende an das Fahrverbot halten, da Sie sich andernfalls strafbar machen.

Ein in Deutschland verhängtes Fahrverbot wirkt sich gemäß deutscher Gesetzgebung nicht unmittelbar auf die Fahrberechtigung im Ausland aus. In einigen Ländern, wie etwa in Italien oder in den Niederlanden, existieren aber gesetzliche Regelungen, laut welchen Personen, denen im Land ihres Wohnsitzes der Führerschein entzogen wurde, nicht im jeweiligen Land fahren dürfen.

Verkehrsrecht - Fahrverbot.jpg

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Wie können Sie die Verhängung eines Fahrverbots verhindern?

Wenn Sie den vorübergehenden Entzug Ihres Führerscheins verhindern wollen, sollten Sie sich an einen erfahrenen Rechtsanwalt wenden. Wenn Gerichte und Behörden vom Regelfall abweichen sollen, müssen für Ausnahmen gute Gründe bestehen!

Es ist also notwendig nachzuweisen, dass genau Ihr Fall einen besonderen Einzelfall bildet. Um dem Entzug Ihres Führerscheins zu entgehen, können Sie der Behörde als Alternative ein höheres Bußgeld anbieten. Hierbei müssen Sie der Behörde einen Nachweis über Ihr Einkommen erbringen.

Da sich wohlhabende Bürger so nach Belieben aus dem Fahrverbot freikaufen könnten, werden solche Deals aber nicht immer akzeptiert. Der Grund, dass Sie Ihr Auto für den Arbeitsweg benötigen, wird die Behörde häufig nicht dazu bringen, auf die Verhängung eines Fahrverbots zu verzichten. Sie müssen daher überzeugend darlegen können, weswegen der Führerschein für Sie wichtiger ist als für andere. Hier greifen beispielsweise Gründe wie die Pflege von Angehörigen.

Wenn Sie zum wiederholten Male Verstöße begangen haben, schon Punkte in Flensburg gesammelt haben oder alkoholisiert bzw. unter Drogeneinfluss gefahren sind, wird die Behörde einen solchen Deal häufig ablehnen. Bei geeigneter Begründung sind jedoch mit Nachweis Abweichungen möglich. So können Sie z. B. anführen, dass Ihnen bei einem Fahrverbot der Verlust Ihres Arbeitsplatzes droht oder Sie sich als Selbstständiger in Ihrer Existenz gefährdet sehen.

Anzahl der erteilten Fahrverbote im Jahr 2016 in Deutschland nach Altersgruppen und Geschlecht

AltersgruppenMännerFrauen
Bis 17 Jahre71830
18 bis 24 Jahre56.72611.251
25 bis 44 Jahre177.64638.128
45 bis 64 Jahre110.62324.382
Ab 65 Jahre25.1876.095
Von
Boris Christof Böhm
anwalt.de-Redaktion