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Gewährleistungsansprüche: Ihre Rechte rund um den Kaufvertrag!

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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung? Kann man gekaufte Ware immer innerhalb von zwei Wochen umtauschen? Und darf man immer zwischen Reparatur, Ersatz oder Preisreduzierung wählen? Wir zeigen Ihnen, wann Sie einen Anspruch auf Gewährleistung haben und wie Sie ihn durchsetzen!

Die wichtigsten Fakten

  • Bei Mängeln an der Kaufsache haben Käufer einen Anspruch auf Gewährleistung.
  • Es gibt verschiedene Formen der Gewährleistung.
  • Der Verkäufer muss zunächst immer die Möglichkeit einer Ersatzlieferung oder Reparatur bekommen.
  • Bei der Gewährleistung handelt es sich um ein gesetzliches Recht.
  • Garantie hingegen ist ein vom Verkäufer freiwillig eingeräumtes Recht.

So gehen Sie vor

  1. Machen Sie den Verkäufer auf den Mangel an der Kaufsache aufmerksam.
  2. Verlangen Sie Ersatz oder Reparatur.
  3. Ist das nicht möglich, können Sie einen Preisnachlass verlangen oder vom Kauf zurücktreten.
  4. Achten Sie auf die Gewährleistungsfristen!
  5. Lassen Sie sich bei der Geltendmachung Ihrer Gewährleistungsansprüche von einem erfahrenen Rechtsanwalt unterstützen.

Was ist Gewährleistung?

Entdecken Sie an einer gekauften Ware einen Mangel, steht Ihnen ein gesetzliches Gewährleistungsrecht zu. Voraussetzung ist immer, dass der Mangel zum Zeitpunkt des Kaufs bereits vorgelegen hat. Kurz gesagt bedeutet Gewährleistung, dass ein defekter Kaufgegenstand auf Kosten des Verkäufers ersetzt oder repariert werden muss.

Gewährleistungsansprüche

Ihr Anspruch auf Gewährleistung

Bei Mängeln an der Kaufsache können Sie verschiedene Rechte geltend machen: Ersatzlieferung, Reparatur, Preisminderung, Rücktritt vom Kaufvertrag...

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Welche Gewährleistungsrechte gibt es?

Welche Formen der Gewährleistung es gibt, ist gesetzlich in § 437 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Demnach kommen folgende Schritte in Betracht, wenn eine Kaufsache mangelhaft ist:

Nacherfüllung

Die Nacherfüllung ist immer das erste Gewährleistungsrecht, das im Falle von Sachmängeln zur Anwendung kommt. Liegt bei der gekauften Ware ein Fehler vor, muss dem Verkäufer das Recht eingeräumt werden, zunächst eine Nacherfüllung zu leisten.

Der Käufer hat dabei das Wahlrecht zwischen einer Nachlieferung und einer Nachbesserung. Er kann also wählen zwischen dem Umtausch gegen einen fehlerfreien Artikel und der Reparatur. Nur, wenn eine Nacherfüllung mit unverhältnismäßigem Aufwand oder Kosten verbunden wäre, kann der Verkäufer eine Nacherfüllung verweigern.

Rücktritt vom Kaufvertrag

Der Rücktritt vom Vertrag kommt nur infrage, wenn es auch ein Rücktrittsrecht gibt. Ein solches kann entweder vertraglich vereinbart oder gesetzlich verankert sein. Das gesetzliche Rücktrittsrecht sieht vor, dass ein Rücktritt nur möglich ist, wenn ein Sachmangel vorliegt und keine Nacherfüllung möglich ist.

In diesem Fall muss der Käufer die Kaufsache zurückgeben und der Verkäufer den Kaufpreis erstatten. Beide Parteien werden so gestellt, als hätte der Kaufvertrag nie existiert.

Rücktritt vom Kaufvertrag

So treten Sie von Ihrem Kaufvertrag zurück

Hat die von Ihnen gekaufte Waren einen Mangel, können Sie unter Umständen vom Kaufvertrag zurücktreten.

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Minderung

Eine Alternative zum Rücktritt vom Vertrag ist die Minderung des Kaufpreises. Dabei behält der Käufer die mangelhafte Ware. Im Gegenzug wird der Kaufpreis herabgesetzt. Wie hoch der Preisnachlass ist, hängt davon ab, wie schwerwiegend der Mangel ist.

Schadensersatz

Eine besondere Art der Gewährleistung stellt der Schadensersatz dar. Er ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, da die Haftung des Verkäufers eigentlich auf den Kaufgegenstand und dessen Wert bzw. Kaufpreis beschränkt ist.

Verursacht jedoch die mangelhafte Ware einen weitergehenden Schaden, muss der Verkäufer auch diesen ersetzen. Das ist z. B. der Fall, wenn ein defekter Toaster in Brand gerät und dabei die Kücheneinrichtung beschädigt.

Wichtig zu wissen: Ein Anspruch auf Schadensersatz ist außerdem nur möglich, wenn ein Verschulden des Verkäufers vorliegt. Dieses Verschulden kann entweder durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit entstehen und muss im Zweifelsfall vom Käufer bewiesen werden. In der Praxis gestaltet sich das häufig schwierig.

Ersatz vergeblicher Aufwendungen

Beim Ersatz vergeblicher Aufwendungen handelt es sich um eine Alternative zum Schadensersatz. Hat der Käufer im Zusammenhang mit und in Erwartung eines mangelfreien Kaufgegenstands bereits weitere Ausgaben getätigt, kann er dieses Geld vom Verkäufer einfordern.

Ein Beispiel: Kurz nach dem Kauf eines Pkw erwirbt der Käufer für diesen Winterräder. Das Auto stellt sich jedoch als mangelhaft heraus und wird zurückgegeben. Die Winterräder werden nun nicht mehr benötigt. Beim Rücktritt vom Kaufvertrag kann der Käufer neben der Erstattung des Kaufpreises auch die Kosten für die Winterräder geltend machen.

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Was ist ein Sachmangel?

Ein Anspruch auf Gewährleistung besteht nur im Falle eines Rechtsmangels oder Sachmangels. Während Rechtsmängel im Verbraucheralltag kaum eine Rolle spielen, treten Sachmängel regelmäßig auf. Gesetzliche Regelungen zum Sachmangel finden sich in § 434 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Demnach liegt ein Sachmangel vor, wenn der Kaufgegenstand

  • nicht so ist wie vertraglich vereinbart;
  • nicht so ist wie für vergleichbare Sachen üblich;
  • sich nicht für die vertraglich vereinbarte Verwendung eignet;
  • sich nicht für die gewöhnliche Verwendung eignet;

Wichtig: Der Sachmangel muss bereits zum Zeitpunkt des Kaufs vorgelegen haben. Nur dann kommt ein Anspruch auf Gewährleistung infrage.

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Achtung: Beweislastumkehr nach sechs Monaten!

Sollte der Verkäufer bestreiten, dass der Sachmangel zum Zeitpunkt des Kaufs bereits vorgelegen hat, ist er in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf verpflichtet, dies zu beweisen. Nach sechs Monaten tritt jedoch die sogenannte Beweislastumkehr ein. Ab diesem Zeitpunkt liegt es am Käufer, zu beweisen, dass der Mangel beim Kauf bereits vorgelegen hat.

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Ihr Anspruch auf Gewährleistung

Bei Mängeln an der Kaufsache können Sie verschiedene Rechte geltend machen: Ersatzlieferung, Reparatur, Preisminderung, Rücktritt vom Kaufvertrag...

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Wie lange ist die Gewährleistungsfrist?

Die wichtigste Grundregel lautet: Verbraucher sollten nicht zu lange warten, ihren Anspruch auf Gewährleistung geltend zu machen. Sonst kann die Verjährung der Ansprüche drohen. In der Regel beträgt die gesetzliche Gewährleistungsfrist zwei Jahre nach dem Kauf.

Beim Kauf von gebrauchten Waren kann die Gewährleistungsfrist durch allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) oder durch eine entsprechende vertragliche Vereinbarung auf ein Jahr verkürzt werden. Beim Immobilienkauf kann die Frist fünf Jahre betragen.

Garantie vs. Gewährleistung: Was ist der Unterschied?

Bei der Gewährleistung handelt es sich um ein gesetzlich verankertes Recht, das Käufer geltend machen können, wenn sie an der gekauften Ware Mängel feststellen. Im Gegensatz dazu ist die Garantie ein Recht, das der Verkäufer dem Käufer freiwillig gewährt – sie ist also reine Kulanz des Verkäufers. Welchen Umfang die Garantie genau hat, ist meist in entsprechenden Vereinbarungen geregelt.

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Von
Theresa Fröh
anwalt.de-Redaktion