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Werkvertrag prüfen – So vermeiden Sie Fallen richtig!

Oder wählen Sie einen passenden Anwalt in Ihrer Nähe

Werkvertragsrecht

Im Werkvertrag werden alle wichtigen Regelungen rund um die Herstellung eines Werkes und die daraus folgenden Rechte und Pflichten für Auftraggeber und Auftragnehmer festgehalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Werkvertrag regelt die Herstellung eines Werks (z.B. Hausbau).
  • Ohne Prüfung besteht die Gefahr nachteiliger oder fehlender Klauseln.
  • Rechtlich falsch gestaltete Klauseln können den ganzen Werkvertrag unwirksam machen.
  • Werkverträge sind oft kompliziert geschrieben und sehr umfangreich, was die eigenständige Überprüfung erschwert.

So gehen Sie vor

  1. Informationen über Auftraggeber und Auftragnehmer festhalten
  2. Werklohn und Zahlungsmodalitäten vereinbaren
  3. Vereinbaren Sie feste Fertigstellungstermine
  4. Mündlich getroffene Vereinbarungen schriftlich festhalten
  5. Gewährleistungsrechte besprechen

Was ist ein Werkvertrag?

Ein Werkvertrag kommt zwischen einem Auftragnehmer (z. B. Handwerker oder Schneider) und einem Auftraggeber zustande und regelt alle wichtigen Details zur Herstellung eines Werks.

Der Auftragnehmer verpflichtet sich beispielsweise zur Herstellung eines Möbelstücks oder der Reparatur einer Waschmaschine – der Besteller verpflichtet sich im Gegenzug zur Zahlung der vereinbarten Vergütung sowie der Abnahme des vertragsgemäß hergestellten Werks. Wird das Werk nicht wie vertraglich vereinbart hergestellt, stehen dem Auftraggeber Gewährleistungsansprüche zu.

Ein Werkvertrag muss nicht zwingend schriftlich verfasst werden, sondern kann auch mündlich geschlossen werden. Es empfiehlt sich jedoch, Verträge immer schriftlich festzuhalten. Insbesondere bei umfangreicheren Aufträgen lässt sich so im Ernstfall genau nachverfolgen und beweisen, welche Leistungen vereinbart wurden.

Warum sollte man den Werkvertrag prüfen lassen?

Häufig werden Werkverträge gar nicht oder nicht ausreichend geprüft – dies kann im Ernstfall für jede Menge Ärger und auch Kosten sorgen.

Oftmals enthalten Werkverträge Klauseln, mit denen die Gewährleistungsrechte der Auftraggeber, also der Kunden, eingeschränkt werden. Dies ist insbesondere dann ärgerlich, wenn tatsächlich Mängel im Nachhinein auftreten.

Wurde die Gewährleistung eingeschränkt, hat man im Mangelfall keinen Anspruch mehr auf eine Mangelbeseitigung. Auch Klauseln zur Zahlung des Werklohns können häufig unverständlich sein und z. B. beim Hausbau nicht mit dem Baufortschritt übereinstimmen. Weiterhin lohnt sich die Überprüfung der Vereinbarungen zur Fertigstellung des Werks und der Abnahme.

Was sollte im Werkvertrag geprüft werden?

Worauf es bei der Prüfung des Werkvertrags genau ankommt, hängt meist vom Einzelfall ab, also ob es sich z. B. um einen Bauvertrag oder einen Reisevertrag handelt.

Grundsätzlich sollten aber die Hauptbestandteile des Vertrags untersucht werden. Hier ist darauf zu achten, dass alles eindeutig geregelt ist und keine für Sie nachteiligen Formulierungen enthält. Wichtig ist hier insbesondere eine detaillierte Aufgabenstellung des herzustellenden Werks sowie eine klare Vereinbarung zu den Zahlungsbedingungen.

Zudem sollten beide Vertragsparteien namentlich genannt sein, Informationen über den Fertigstellungstermin klar formuliert sein und Regelungen zur Gewährleistung- sowie zu Haftung vereinbart werden. Um Missverständnisse mit der Nutzung des Werks zu vermeiden, sollten Sie auch die Nutzungsrechte genau kontrollieren. Hier kann zum Beispiel vereinbart werden, dass der Auftragnehmer das Werk veröffentlichen oder verändern darf.

Haben Sie vorher mündliche Absprachen mit dem Vertragspartner getroffen? Dann kontrollieren Sie genau, ob sich diese mündlichen Vereinbarungen auch in der schriftlichen Ausgabe des Werkvertrags wiederfinden.

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Werkvertrag prüfen

Um Ärger zu vermeiden, sollten Sie Ihren Werkvertrag vorab prüfen lassen. Informieren Sie sich

hier!

Was passiert, wenn der Werkvertrag nicht geprüft wird?

Entweder man hat Glück und der Werkvertrag ist fehlerfrei und alles verläuft wie geplant, oder aber es entstehen möglicherweise weitreichende Probleme.

Hat man den Werkvertrag einmal unterschrieben, so ergeben sich daraus bestimmte Rechte und Pflichten für den Auftragnehmer und den Auftraggeber. Diese sollten Sie genau kennen. Bei einem ungeprüften Werkvertrag besteht die Gefahr, dass man Pflichten zu erfüllen hat, mit denen man eigentlich nicht einverstanden ist oder welche man nicht erfüllen kann oder mit denen man auch nicht gerechnet hat.

Ein weiteres Risiko liegt in der fehlerhaften Formulierung. Durch diese können einzelne Klauseln oder sogar der gesamte Vertrag unwirksam werden. Um möglichen Ärger und zusätzliche Kosten zu vermeiden, kann eine gründliche Prüfung durch einen erfahrenen Rechtsanwalt hilfreich sein.

Von
Nina Struller
anwalt.de-Redaktion