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Wissenswertes für Reisende mit der Bahn

Oder wählen Sie einen passenden Anwalt in Ihrer Nähe

Als Bahnreisender sind Sie nicht dazu gezwungen, eine Zugverspätung ohne Weiteres hinzunehmen. Sie können Ihre Ansprüche auf eine Entschädigungszahlung geltend machen. Wie Sie genau vorgehen sollten, erfahren Sie hier.

Die wichtigsten Fakten

  • Die sogenannte EU-Bahngastrechte-Verordnung (EG 1371/2007) regelt, wie hoch die Entschädigungen vonseiten der Deutschen Bahn (DB) für Zugverspätungen ausfallen.
  • Vor der Zugabfahrt kann ab 20 Minuten angekündigter Verspätung bei Zugbindung auf einen anderen Zug umgestiegen werden.
  • Ab einer Verspätung von einer Stunde erhalten Kunden der Deutschen Bahn 25 Prozent des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden sind es bereits 50 Prozent.
  • Bahnreisenden steht ebenso eine finanzielle Entschädigung zu, falls es infolge eines Streiks der Bahnmitarbeiter zu Verspätungen kommt.
  • Mittels des Fahrgastrechte-Formulars, das das Servicecenter Fahrgastrechte der Deutschen Bahn zur Verfügung stellt, können Kunden ihre Erstattung erhalten.
  • Für die Deutsche Bahn gilt eine sogenannte Informationspflicht. Das Unternehmen muss Zugreisende über Zugverspätungen in Kenntnis setzen.

So gehen Sie vor

  1. Geht es um die Durchsetzung Ihrer Entschädigungsansprüche, nutzen Sie am besten online das sogenannte Fahrgastrechte-Formular des Servicecenters Fahrgastrechte, das die Deutsche Bahn (DB) zur Verfügung stellt.
  2. Lassen Sie sich die Verspätung von einem Schaffner im Zug, im Reisezentrum der Deutschen Bahn oder an der DB Information schriftlich auf dem Fahrgastrechte-Formular bestätigen.
  3. Das Formular sollte außerdem Angaben zum Reisenden selbst sowie zur entsprechenden Reise enthalten.
  4. Schicken Sie das Formular ausgefüllt und unterschrieben zusammen mit dem Zugticket an das Servicecenter Fahrgastrechte, das in Frankfurt am Main seinen Sitz hat.
  5. Sie haben insgesamt 12 Monate Zeit, um Ihre Ansprüche auf Entschädigung geltend zu machen.
  6. Sie können auch einen im Reiserecht versierten Anwalt zurate ziehen, wenn es um die Durchsetzung Ihrer Rechte bei einer Zugverspätung geht.

Was ist unter Fahrgastrechten im Bahnverkehr zu verstehen?

Die rechtliche Grundlage für die Durchsetzung von Ansprüchen aufgrund von Zugverspätungen oder -ausfällen bilden die Fahrgastrechte im Bahnverkehr. Sie gelten seit dem Jahr 2009, als die sogenannte EU-Bahngastrechte-Verordnung (EG 1371/2007) in allen EU-Mitgliedstaaten in Kraft trat.

Die Fahrgastrechte finden einheitlich in der Bundesrepublik und in Europa Anwendung und bieten Zugreisenden gleiche Rechte bei allen Eisenbahnunternehmen.

Wie viel Entschädigung steht Fahrgästen im nationalen Eisenbahnverkehr zu?

Grundsätzlich ist die Deutsche Bahn immer dazu verpflichtet, Zugreisende sowohl an jedem Bahnhof als auch im Zug selbst über die Zugverspätung zu informieren. Diese Informationspflicht bezieht sich nicht nur auf den eigenen Zug, sondern auch auf die Verspätung und Ausfälle von Anschlusszügen.

Die Entschädigung bei einer verspäteten Ankunft des Zuges am Zielbahnhof ist unterschiedlich gestaffelt:

  • Ab einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten gilt die Zugbindung als aufgehoben und Bahnfahrern ist es gestattet, auf einen anderen Zug auszuweichen. Gilt hierfür ein höherer Fahrpreis, muss dieses Ticket zunächst gekauft werden – die Differenz wird zu einem späteren Zeitpunkt erstattet.
  • Ab einer Stunde Verspätung am Zielbahnhof bekommen Betroffene eine Entschädigung von 25 Prozent des bereits gezahlten Fahrpreises für die einfache Zugfahrt.
  • Ab zwei Stunden Verspätung am Zielbahnhof erhält der Bahnreisende eine Entschädigung von 50 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt.
  • Alternativ kann sich der Zugreisende bei Nichtantritt der Fahrt das Bahnticket erstatten lassen oder ein anderes Verkehrsmittel wählen.

Die Entschädigung von sogenannten Streckenzeitkarten des Nah- und Fernverkehrs, wie beispielsweise Semestertickets, Seniorentickets oder auch Jobtickets, erfolgt prinzipiell ab einer Verspätung von mehr als einer Stunde am Zielbahnhof. Grundsätzlich werden 25 Prozent des Wertes der jeweiligen Zeitkarte entschädigt. Das heißt, dass Kunden bei Zeitkarten des Fernverkehrs 7,50 Euro (1. Klasse) bzw. 5 Euro (2. Klasse) erhalten, bei einer BahnCard 100 bekommen sie 15 Euro (1. Klasse) bzw. 10 Euro (2. Klasse). Bei Zeitkarten des Nahverkehrs wie beispielsweise Länder-Tickets erhalten Kunden entweder 2,25 Euro (1. Klasse) oder 1,50 Euro (2. Klasse).

Rechte im internationalen Eisenbahnverkehr

Die Deutsche Bahn zahlt eine Entschädigung für Fahrkarten für Strecken im Ausland bzw. für grenzüberschreitende Fahrkarten, wenn der Zugreisende die entsprechende Fahrkarte bei einer der Verkaufsstellen der Deutschen Bahn gekauft hat.

Falls die Fahrkarte bei einem anderen Eisenbahnunternehmen gekauft wurde, sollte der Entschädigungsantrag direkt dorthin gesendet werden.

Zugverspätung

Zugverspätung

Als Zugreisender müssen Sie nicht ohne Weiteres eine Verspätung der Bahn akzeptieren. Sie können Ihren Anspruch auf Entschädigung geltend machen.

Lassen Sie sich umfassend beraten!

Wie kann der Entschädigungsanspruch geltend gemacht werden?

Möchte der Betroffene seinen Entschädigungsanspruch geltend machen, kann er dies mittels des sogenannten Fahrgastrechte-Formulars tun, das die Deutsche Bahn zur Verfügung stellt. Dieses Formular ist im DB Reisezentrum, an einem zentralen Informationsschalter, der sogenannten DB Information, sowie beim Servicepersonal in den Zügen erhältlich.

Zunächst sollte sich ein betroffener Zugreisender die Verspätung von einem Schaffner im Zug, im Reisezentrum der Deutschen Bahn oder an der DB Information schriftlich auf dem Fahrgastrechte-Formular bestätigen lassen.

Betroffene sollten darauf achten, dass das Zugpersonal einzig Verspätungen des eigenen Zuges ab einer Stunde auf dem Formular bestätigen kann. Wurde die Verspätung des Zuges bestätigt, sollte die betroffene Person die notwendigen Daten der Bahnreise in das Formular eintragen und dieses anschließend unterschreiben.

Im nächsten Schritt sollte der Fahrgast das vollständig ausgefüllte Formular entweder in einem Reisezentrum der Deutschen Bahn abgeben oder auf dem postalischen Weg an das Servicecenter Fahrgastrechte in Frankfurt am Main senden. Hierzu sollten folgende Belege einreicht werden:

  • die Bestätigung der Verspätung
  • die Originalfahrkarte oder eine Kopie der Fahrkarte bzw. der Zeitkarte für Entschädigungen
  • die Originalbelege für Erstattungen, beispielsweise, wenn die Reise nicht angetreten oder abgebrochen wurde

Der betroffene Fahrgast sollte darauf achten, die gültige Adresse sowie die Bankverbindung anzugeben, falls eine Überweisung gewünscht wird.

Bei Abgabe des Formulars mitsamt der Bestätigung der Verspätung und der Originalfahrkarte in einem Reisezentrum der Deutschen Bahn erhält der Fahrgast die ihm zustehende Entschädigung entweder als Geldbetrag oder als Gutschein.

* Fernverkehr: Januar bis April, Regionalverkehr: Januar bis Juni (Quelle: Bundesregierung/Deutsche Bahn/Statista 2018)
Zugverspätung

Zugverspätung

Als Zugreisender müssen Sie nicht ohne Weiteres eine Verspätung der Bahn akzeptieren. Sie können Ihren Anspruch auf Entschädigung geltend machen.

Lassen Sie sich umfassend beraten!

Was gilt bei einem Bahnstreik?

Kommt es aufgrund eines Streiks von Bahnmitarbeitern zu Zugverspätungen bzw. sogar zu Zugausfällen, hat der betroffene Reisende die Möglichkeit, auf einen beliebigen anderen Zug umzusteigen. Die Zugbindung entfällt in diesem Fall.

Jedoch muss der Kunde zunächst den Aufschlag zahlen und sich das Geld im Nachhinein erstatten lassen, falls er eine teurere Zugverbindung wählt. Auch bei einem Bahnstreik ergibt sich ein Anspruch auf Entschädigung. Darüber hinaus besteht für den Bahnreisenden die Möglichkeit, sich die Ticketkosten erstatten zu lassen, falls er sich dazu entschließt, die Zugfahrt gar nicht anzutreten.

Entschädigungen werden ebenso infolge von Sturmschäden an den Oberleitungen sowie aufgrund eines Suizids auf den Gleisen gezahlt.

Von
Katharina Kästel
anwalt.de-Redaktion