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600.000 Euro wegen ärztlichen Behandlungsfehler bei der Geburt

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Mit Urteil vom 06.05.2009, Aktenzeichen: 2 O 15/05, VersR 2009, 1232, sprach das Landgericht Gera einem Kläger 600.000,00 € Schmerzensgeld zu, weil dieser infolge eines verzögerten medizinisch dringend gebotenen Kaiserschnittes einen schweren Hirnschaden erlitten hatte.

Das Gericht hat vorliegend entschieden, dass bei vitaler kindlicher Gefährdung in einem Perinatalzentrum ein Zeitbedarf von mehr als 20 Minuten nicht akzeptabel und als grober Behandlungsfehler anzusehen sei. Infolge ärztlicher Behandlungsfehler bei der Geburt, wie z.B. Entbindung oder Kaiserschnitt, treten häufig schwere Schäden auf. In diesen Fällen stellt sich die Situation so dar, dass eine Schädigung zum frühestmöglichen Zeitpunkt eingetreten ist und in aller Regel lebenslang bleibt, was besondere Berücksichtigung beim angemessenen Schmerzensgeld findet. Das Landgericht Gera sprach einem Kläger 600.000,00 € Schmerzensgeld zu, weil dieser infolge eines verzögerten medizinisch dringend gebotenen Kaiserschnittes einen schweren Hirnschaden erlitten hatte.

Bei vitaler kindlicher Gefährdung in einem Perinatalzentrum sei ein Zeitbedarf von mehr als 20 Minuten (hier sogar 30 Minuten) nicht akzeptabel und als grober Behandlungsfehler anzusehen. Der Kläger leidet durch die Unterversorgung mit Sauerstoff u.a. an schwerster geistiger Behinderung und ist zudem schwerst körperlich behindert und blind. Dabei seien gravierendere geistige und körperliche Beeinträchtigungen kaum vorstellbar. Ein Schmerzensgeld in Höhe von„600.000,00 € sei laut dem Gericht angemessen, weil der hinter dem beklagten Arzt stehende Haftpflichtversicherer auf die dem Geschädigten unzweifelhaft zustehenden Entschädigungsansprüche über einen Zeitraum von 1 1/2 bis 2 1/2 Jahren keine Vorauszahlungen geleistet hatte.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arzthaftungsrecht

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