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10 Fragen 10 Antworten – Gewährleistung beim Autokauf

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Frage 1: Was ist zu tun, wenn Sie einen Neu- oder Gebrauchtwagen bei einem Händler gekauft haben, der Mängel aufweist?

Sie müssen dem Händler den Mangel – möglichst schriftlich – anzeigen und Ihn auffordern diesen zu beheben.

Frage 2: Was ist, wenn sich der Händler auf einen vertraglichen Gewährleistungsausschluss beruft?

Ein vertraglicher Gewährleistungsausschluss ist bei gewerblichen Händlern nicht möglich und daher unwirksam.

Frage 3: Kann der Händler die Gewährleistung zeitlich beschränken?

Nur bei einem Gebrauchtwagenkauf kann der Händler den Gewährleistungsanspruch von zwei Jahren bei Neuwagen auf ein Jahr bei Gebrauchtwagen einschränken.

Frage 4: Was ist, wenn der Händler nicht, unvollständig oder fehlerhaft nachbessert?

In diesem Fall sollten Sie ihm schriftlich eine Frist zur endgültigen Mängelbeseitigung setzen und gleichzeitig mitteilen, dass Sie nach Ablauf der Frist Nachbesserungsversuche durch Ihn ablehnen und Ihre gesetzlichen Gewährleistungsrechte geltend machen werden.

Frage 5: Was sind die gesetzlichen Gewährleistungsrechte?

Sie können den Wagen bei einem erheblichen Mangel gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben, müssen sich dann allerdings eine Nutzungsentschädigung für gefahrene Kilometer anrechnen lassen. Sie können den Kaufpreis auch mindern oder die Lieferung eines baugleichen, mangelfreien Fahrzeugs verlangen, wenn dies nicht für den Händler mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist.

Frage 6: Wie hoch ist die Nutzungsentschädigung?

Hierfür gibt es eine Berechnungsformel, die Sie auf unserer Homepage unter dem Stichwort Dieselgate einsehen können.

Frage 7: Was mache ich, wenn der Händler die Ansprüche zurückweist oder gar nicht reagiert?

Sollte der Händler Ihren Forderungen nicht nachkommen, müssen Sie innerhalb der genannten Fristen für Gebraucht- und Neuwagen gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Frist beginnt jeweils mit Übergabe des Wagens und ist nur für die Zeit gehemmt, in der der Händler versucht, den Mangel zu beheben.

Frage 8: Reicht ein Mahnschreiben, um die Verjährung zu hemmen?

Nein. Grundsätzlich hemmen nur gerichtliche Maßnahmen die Verjährung. Allerdings ist die Verjährung auch in dem Zeitraum gehemmt, in dem der Händler erfolglos versucht den Wagen zu reparieren.

Frage 9: Wer trägt die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens?

Die Kosten trägt grundsätzlich derjenige, der den Prozess verliert, wobei Sie als Kläger aber zunächst in Vorlage gehen müssen.

Frage 10: Übernimmt eine Rechtsschutzversicherung diese Kosten?

Soweit Sie über Vertragsrechtsschutz verfügen oder Ihren PKW gesondert versichert haben, z. B. beim ADAC, übernimmt die Versicherung alle Kosten bei einem Unterliegen und tritt auch bei Prozessbeginn in Vorleistung.


Rechtstipp vom 19.12.2017

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