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Ab 1. Januar 2016: Höherer Mindestunterhalt und mehr Kindergeld

Im Dezember 2015 hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf die sogenannte Düsseldorfer Tabelle, die seit dem 1. Januar 2016 gilt, aktualisiert. Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Leitlinie für die Höhe des zu zahlenden Unterhalts an ein Kind nachdem sich die Eltern getrennt haben. Aus ihr geht hervor, wie viel Regelunterhalt der Elternteil zahlen muss, bei dem das Kind nicht seinen Wohnsitz hat.

Mindestunterhalt und Kindergeld werden erhöht

Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren gehören nach der Düsseldorfer Tabelle der ersten Altersstufe an, in der der Mindestunterhalt um sieben Euro auf 335 Euro angehoben wird. Sechs- bis elfjährige Kinder werden der zweiten Altersstufe zugeordnet. Hier steigt der Mindestunterhalt von bisher 376 Euro auf 384 Euro. Zwölf- bis Siebzehnjährige, die der dritten Altersstufe zugerechnet werden, erhalten nun anstelle von 440 Euro monatlich 450 Euro. Die Unterhaltssätze der höheren Einkommensgruppen steigen ebenfalls und werden entsprechend gestaffelt.

Gemäß § 1612b BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist das Kindergeld auf den Bedarf des minderjährigen Kindes anzurechnen. Ab dem 1. Januar 2016 erhalten das erste und zweite Kinder jeweils 190 Euro Kindergeld, das dritte Kind 196 Euro, und das vierte Kind sowie alle weiteren Kinder bekommen jeweils 221 Euro. Bei einem minderjährigen Kind wird das Kindergeld zur Hälfte auf den Unterhaltsbedarf angerechnet.

Höherer Bedarfssatz auch für studierende Kinder

Auch der Bedarfssatz für studierende volljährige Kinder ist unter der Voraussetzung angehoben worden, dass sie nicht bei ihren Eltern oder bei einem Elternteil wohnen. Anstelle von 670 Euro erhalten sie nun 735 Euro im Monat, worin der Wohnkostenanteil in Höhe von 300 Euro enthalten ist. Der bisherige Bedarfssatz in Höhe von 670 Euro ist seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr geändert worden. Der seit dem 1. Januar 2016 geltende Betrag von 735 Euro orientiert sich am Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög), dessen Höchstsatz im Herbst 2016 ebenfalls auf 735 Euro angehoben wird.

Ausblick in das Jahr 2017

Ende 2016 wird die Düsseldorfer Tabelle erneut geändert werden. Grund ist, dass das Existenzminimum für ein Kind, wonach sich die Düsseldorfer Tabelle richtet, erneut angehoben wird. In der ersten Altersstufe steigt der Unterhalt dann von 335 Euro auf 342 Euro, in der zweiten Altersstufe von 384 Euro auf 393 Euro und in der dritten Altersstufe von 450 Euro auf 460 Euro.


Rechtstipp vom 18.01.2016
aus der Themenwelt Kindesunterhalt und Düsseldorfer Tabelle und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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