Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Abgasskandal erfasst VW Touareg – Rückruf wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen

(4)

Der Abgasskandal hat auch den VW Touareg erfasst. Wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am 09.02.2018 den Rückruf für den Geländewagen an. Betroffen ist der VW Touareg der Baujahre 2014 – 2017 mit 3-Liter-Dieselmotor und der Euro-Norm 6.

VW hat dem KBA bereits ein entsprechendes Software-Update vorgelegt. Nach der Freigabe kann die Rückrufaktion starten.

Der Rückruf ist nötig, da das KBA bereits Ende 2017 zwei unzulässige Abschalteinrichtungen bei den betroffenen Touareg-Modellen festgestellt hatte. Demnach sprang einerseits auf dem Prüfstand eine Aufwärmstrategie zur Schadstoffminderung an, die aber im normalen Straßenverkehr kaum aktiviert wurde. Andererseits wurde beim Touareg mit SCR-Abgaskatalysator eine Technik eingesetzt, die unter bestimmten Voraussetzungen die Nutzung der Harnstofflösung Adblue unzulässig einschränkt. „Gerade die SCR-Katalysatoren galten zusammen mit der Adblue-Technologie als emissionsarm, da dadurch der Ausstoß der gesundheitsgefährdenden Stickoxide deutlich reduziert werden sollte. Offensichtlich wurde aber auch hier gepfuscht“, sagt Rechtanwältin Annika Brčvak (KQP Rechtsanwälte/Hamm).

Den Haltern der betroffenen Touareg-Modelle droht nun das, was so viele VW-Fahrer seit dem Bekanntwerden des Abgasskandals schon erleben mussten. Sie sollen ihr Fahrzeug in die Werkstatt bringen, damit ein Update aufgespielt werden kann. Die Auswirkungen eines Updates auf Verbrauch, Leistung oder Lebenserwartung des Motors stehen allerdings noch gar nicht fest. „Verständlich, dass sich daher viele Besitzer dagegen sträuben, ein solches Update aufspielen zu lassen“, so Rechtsanwältin Annika Brčvak, die bereits zahlreiche vom Abgasskandal betroffene Autokäufer vertritt.

Ihrer Einschätzung nach haben die betroffenen Verbraucher gute Chancen, sich gegen dieses Vorgehen von VW erfolgreich zu wehren. „Unzulässige Abgasmanipulationen sind ein Mangel, der sich nicht so ohne weiteres beheben lässt. Von daher können die Käufer Schadensersatzansprüche oder Ansprüche auf Rückabwicklung des Kaufvertrags geltend machen“, so Rechtsanwältin Brčvak. Diese Einschätzung wird inzwischen von immer mehr Gerichten geteilt. Auch die Oberlandesgerichte Hamm und Köln gaben zuletzt deutlich zu erkennen, dass sie auf Seiten der Verbraucher stehen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Kanzleihomepage. 


Rechtstipp vom 14.02.2018

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Profil-Bild
            Rechtsanwältin Annika Brčvak (KQP KRÄMER QUEL & PARTNER GbR) Rechtsanwältin Annika Brčvak

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Ihre Spezialisten

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.