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Abgasskandal: Probleme nach dem Software-Update

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Ein Software-Update sollte die Lösung nach dem VW-Abgasskandal sein. Millionen Fahrzeuge wurden daher in die Werkstätten zurückgerufen, um das Update installieren zu lassen. Viele Fahrzeughalter und auch Experten stehen dem Update kritisch gegenüber. Sie befürchten negative Auswirkungen auf den Motor. Die Skepsis scheint berechtigt zu sein.

Wie „auto motor und sport“ im November 2017 online berichtete, hätten sich zahlreiche Leser gemeldet und Probleme nach dem Update ihrer Fahrzeuge geschildert: Die Partikelfilter setzen sich zu oder es gibt Schwierigkeiten mit dem Abgasrückführventil (AGR). Eine Betroffene habe berichtet, dass bei ihrem Fahrzeug der Partikelfilter nach 300 bis 500 Kilometern verstopft sei. Von ihrer Werkstatt habe sie nur den „Tipp“ erhalten, einfach ein paar Kilometer auf der Autobahn zu fahren, damit der Filter wieder „freigebrannt“ werde. „Wenig hilfreich“, findet Rechtsanwalt Helmut Göbel, KQP Rechtsanwälte / Hamm: „Soll die Frau nutzlose Kilometer auf der Autobahn fahren, damit ihr Fahrzeug funktioniert?“ Überdies: Das Problem ist zum ersten Mal nach einer längeren Autobahnfahrt überhaupt aufgetaucht.

Ein Fahrer eines VW Passat berichtet hingegen von Problemen mit dem Abgasrückführventil. Dies habe sich etwa nach 7500 Kilometer, nach Aufspielen des Updates, „verabschiedet“. „Focus online berichtete schon im Juni 2017 von auftretenden Mängeln wie ruckelnden Motoren oder einem erhöhten Kraftstoffverbrauch nach dem Update. 

„Diese Probleme treten nicht überraschend auf, sondern konnten eigentlich erwartet werden“, so Rechtsanwalt Göbel. Nach dem Update wird die Abgas-Rückführung im normalen Betrieb erhöht und führt zu Nacheinspritzungen. Das hatte VW auch mitgeteilt. Genau diesen Effekt sollte die Manipulations-Software bei den Schummel-Diesel-Fahrzeugen verhindern. Die Folge können eben Rußablagerungen und Versottungsschäden sein. Durch das Software-Update soll der Stickoxid-Ausstoß reduziert werden, was aber zu einem Ruß-Anstieg und Problemen beim Motor sowie zu einem höheren Verbrauch führen kann. Auch wenn sich VW-Werkstätten in solchen Fällen vielfach kulant zeigen, könne von einem mangelfreien Auto nach dem Update nicht die Rede sein. „Ein Mangel wird beseitigt, andere tauchen auf. Das müssen Käufer nicht akzeptieren. Auch nach dem Update können sie immer noch ihre Ansprüche auf Schadensersatz bzw. Rückabwicklung des Kaufvertrags geltend machen“, erklärt Rechtsanwalt Göbel.

Das OLG Köln hat beispielsweise bereits zu erkennen gegeben, dass die Rückabwicklung des Kaufvertrags trotz Installation des Software-Updates möglich sei und der Verkäufer darlegen und beweisen muss, dass es durch das Update zu keinen anderen Mängeln gekommen ist.

Da die Ansprüche Ende 2018 verjähren könnten, sollten sie noch rechtzeitig geltend gemacht werden.

Mehr Informationen: http://www.kqp.de/vw-skandal/autobesitzer/


Rechtstipp vom 26.04.2018

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