Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Ablauf des Strafverfahrens

(19)

Mit dem Eröffnungsbeschluss lässt das Gericht die Anklage zur Hauptverhandlung zu und eröffnet das Hauptverfahren. Es wird Termin zur Hauptverhandlung anberaumt. Der Eröffnungsbeschluss und die Ladung zum Hauptverhandlungstermin werden Ihnen per Post zugestellt. Spätestens jetzt sollten Sie einen Strafverteidiger beauftragen, der mit Ihnen eine genaue Verteidigungsstrategie ausarbeitet, Sie hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise berät und Sie während der Hauptverhandlung und darüber hinaus juristisch betreut.

Die Hauptverhandlung selbst kann einen oder auch mehrere Termine umfassen. Bei großen Verfahren mit komplexen Sachverhalten kann sich eine solche Hauptverhandlung auch über mehrere Wochen und Monate erstrecken.

1. Ablauf der Hauptverhandlung

Die Hauptverhandlung beginnt mit dem Aufruf der Sache. In der Regel werden Sie sich schon vor Beginn der Hauptverhandlung mit Ihrem Strafverteidiger vor dem Gerichtsgebäude oder dem Saal treffen. Wenn Sie mit Ihrem Verteidiger und den übrigen Verfahrensbeteiligten (Vertreter der Staatsanwaltschaft, Richter, gegebenenfalls Schöffen und Protokollkraft) im Gerichtssaal Platz genommen haben, werden zunächst die Anwesenheit und Ihre Personalien festgestellt. Sodann verliest der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anklageschrift. Danach fragt das Gericht, ob Sie Angaben zur Sache machen wollen. Je nachdem wie Sie sich mit Ihrem Verteidiger abgestimmt haben, machen Sie nun entweder keine Angaben, sagen selbst etwas zur Sache oder lassen Ihren Verteidiger Angaben für Sie machen oder eine Einlassung verlesen.

2. Beweisaufnahme

Daran schließt sich direkt der Beginn der Beweisaufnahme an. Es werden beispielsweise Zeugen und/oder Sachverständige gehört, Urkunden verlesen oder asservierte Beweismittel angesehen. Zu jedem Beweismittel können Erklärungen abgegeben werden. Es besteht zudem die Möglichkeit das weitere Beweisanträge gestellt werden. Hier bietet sich für Ihren Verteidiger die Möglichkeit sämtliche für Sie entlastende Umstände wie Zeugen oder Dokumente in das Verfahren einzuführen. Nach Abschluss der Beweisaufnahme hält zunächst die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer und beantragt eine Strafe bzw. den Freispruch. Anschließend wird Ihr Verteidiger plädieren. Im Anschluss erhalten Sie das berühmte „letzte Wort". Ihr Verteidiger wird vorher mit Ihnen besprechen, ob Sie etwas sagen oder sich seinen Ausführungen anschließen.

 3. Urteil

Sodann zieht sich das Gericht zur geheimen Beratung zurück, um im Anschluss das Urteil zu verkünden. Zu Beginn der Hauptverhandlung und zur Urteilsverkündung ist es üblich, dass sich alle Verfahrensbeteiligten erheben. Nachdem das Gericht das Urteil verkündet und seine Entscheidungsgründe dargelegt hat, belehrt es über die Möglichkeit gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie und die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel zu verzichten. Das Urteil wird dann sofort rechtskräftig. Ihr Verteidiger wird Sie beraten, welche Vorgehensweise sinnvoll ist.

Kristin Raddi

Fachanwältin für Strafrecht

Schumacher & Partner PartG mbB


Rechtstipp vom 01.02.2013
Aktualisiert am 20.06.2017
aus der Themenwelt Strafrechtliche Ermittlungen und Strafprozess und dem Rechtsgebiet Strafrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwältin Kristin Raddi (Schumacher & Partner)

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.