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Abmahnung durch Bildagentur (Getty Images, Corbis, StockFood, etc.) - was tun?

Rechtstipp vom 17.12.2015
Rechtstipp vom 17.12.2015

Abmahnungen wegen unlizenzierter Vervielfältigung und öffentlicher Zugänglichmachung geschützten Bildmaterials von Bildagenturen wie Corbis, Getty Images, StockFood und Co treffen immer wieder Inhaber von geschäftlichen und gewerblichen Websites. Wie soll man sich verhalten und was darf man nicht tun?

Es kommt täglich vor, dass aus dem Internet Bilder heruntergeladen und in die eigene Firmen-Website eingefügt werden, ohne dass dafür eine gültige oder ausreichende Lizenz vorliegt. In vielen Fällen handelt es sich bei den verwendeten Bildern um sogenannte Stockfotos.

Bildagenturen schicken Rechnung oder Abmahnung

Bildagenturen wie Getty Images, Corbis und StockFood gehören zu den größten Firmen, die mit Stockfotografien handeln. Entdecken diese Bildrechtsverletzungen am eigenen Bildmaterial, lassen diese regelmäßig bspw. über die Kanzlei Waldorf Frommer Abmahnungen an die Seitenbetreiber versenden.

Was wird in der Abmahnung gefordert?

Der Abgemahnte wird in der Regel innerhalb einer kurzen Frist dazu aufgefordert,

  • eine strafbewehrte Unterlassungserklärung (inkl. Vertragsstrafe) abzugeben,
  • Auskunft über die komplette Bildnutzung zu erteilen,
  • das Bild komplett von der Website, dem Server und aus dem Google Cache zu löschen und
  • nach Erteilung der Auskunft Schadensersatz und die Anwaltskosten zu leisten.

Wie soll man auf eine solche Abmahnung reagieren?

Eine Abmahnung ist eine ernsthafte Angelegenheit, da gar keine oder die falsche Reaktion darauf ernsthafte wirtschaftliche Konsequenzen haben kann.

1. Lizenz oder zulässige Verwendung

Lassen Sie im ersten Schritt überprüfen, ob Sie eine ausreichende Lizenz besitzen. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie im zweiten Schritt überprüfen lassen, ob die Nutzung durch eine urheberrechtliche Schranke (bspw. zulässiges Zitat, Berichterstattung über Tagesereignisse, freie Benutzung, Privatkopie, Beiwerk, etc.) gestattet ist.

2. Löschung der Bilddateien

Liegt weder eine ausreichende Lizenz, noch eine zulässige Verwendung vor, dann müssen Sie die abgemahnten Bilder komplett löschen. Eine komplette Löschung bedeutet nicht nur eine Entfernung von der Website, sondern auch von den Servern und aus dem Google Cache. Werden die Bilder nach Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung noch auf der Website, dem Server oder im Google Cache aufgefunden, löst dies eine Vertragsstrafe von in der Regel 5.000 € oder mehr pro Verstoß aus.

3. Unterlassungserklärung

Liegt keine ausreichende Lizenz vor, besteht ein Anspruch auf Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, auch wenn das Bild bereits gelöscht ist. Lassen Sie sich vor der Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung von einem fachkundigen Anwalt beraten.

4. Auskunftserteilung

Die Auskunftserteilung dient der Schadensersatzberechnung. Eine offensichtliche Falschauskunft kann sich auf spätere Vergleichsverhandlungen negativ auswirken. Bevor Sie Auskunft erteilen, halten Sie mit Ihrem Anwalt Rücksprache, insbesondere dann, wenn Sie den genauen Nutzungszeitraum nicht mehr kennen.

5. Schadensersatz und Anwaltskosten

Bei der Verwendung von Getty Images, Corbis oder StockFood Bildern kommen pro Bild schnell Schadensersatzsummen von mehreren hundert oder tausend Euro zusammen. Daneben kommen Anwaltskosten von mindestens  500 € wesentlich mehr hinzu. Diese Summen sind in vielen Fällen verhandelbar.

Haftung Dritter für die Urheberrechtsverletzung

Regressansprüche für abgemahnte Bildrechtsverletzung gegenüber Dritten kann immer dann in Betracht kommen, wenn das abgemahnte Bild nicht durch den Website-Inhaber selbst in die Homepage eingebunden wurde, sondern von einem Dritten, wie beispielsweise einem Webdesigner.

Aber Achtung, selbst wenn Regressansprüche gegeben sind, ist der abgemahnte Website-Inhaber in den meisten Fällen trotzdem verpflichtet, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. 

Hilfe bei einer Bild-Abmahnung

Wenn Sie eine Abmahnung wegen einer Bildrechtsverletzung erhalten haben und anwaltliche Unterstützung in der Angelegenheit suchen, übersenden Sie uns einfach per E-Mail oder Fax (06131-2409522) das Abmahnschreiben. Im Anschluss übersenden wir Ihnen ein Angebot für die anwaltliche Vertretung. Geben Sie bitte immer Ihren Namen, Telefonnummer und Ihre E-Mail Adresse an, damit wir uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung setzen können.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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