Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

Abmahnung: Nach Fehlern darf der Chef warnen und dann kündigen

(1)

Wenn ein Arbeitnehmer gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten verstößt, ist der Arbeitgeber berechtigt, eine Abmahnung auszusprechen.

Typische Fälle für eine Abmahnung sind Verletzungen der Arbeitspflicht, beispielsweise durch unentschuldigtes Fehlen oder das Missachten von Arbeitsanweisungen. Auch Störungen im Bereich der betrieblichen Ordnung können ein Grund für eine Kündigung sein. In der Praxis sind Verstöße gegen Rauchverbote oder Alkoholverbote Gründe für Abmahnungen. Der unberechtigte Gebrauch von Telefon oder Arbeitsplatz-PCs sowie unrichtige Arbeitsberichte können eine Abmahnung nach sich ziehen. In besonderen Konstellationen können auch außerbetriebliche Vorfälle eine Abmahnung begründen. Allerdings muss sich dann das Verhalten unmittelbar auf das Arbeitsverhältnis auswirken, was in der Praxis eher die Ausnahme ist.

Inhalt einer Abmahnung

Eine Abmahnung setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Die Abmahnung ist sowohl Warnung als auch Androhung. Mit der Abmahnung soll ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers dokumentiert werden. In der Praxis wird für ein wiederholtes Fehlverhalten eine Konsequenz angekündigt, zumeist eine Kündigung. Je nach Schwere und Art des Fehlverhaltens kann ein wiederholter Verstoß auch zu einer fristlosen Kündigung führen.

In der Abmahnung muss der Grund hinreichend und nachvollziehbar beschrieben sein. Er muss auch nachweisbar sein. Eine Abmahnung kann nur von Vorgesetzten ausgesprochen werden, die die Befugnis haben, verbindliche Anweisungen gegenüber den Mitarbeitern auszusprechen. In einigen Tarifverträgen ist festgelegt, dass bei Abmahnungen ein Anhörungsrecht des Arbeitnehmers und ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates besteht.

Recht der Gegendarstellung

Ein Arbeitnehmer hat ein Recht auf eine Gegendarstellung zur Abmahnung. Mit Blick auf spätere Kündigungsschutzprozesse kann es durchaus wichtig sein, von diesem Recht der Gegendarstellung Gebrauch zu machen. Wenn ein Arbeitnehmer meint, dass das ihm vorgeworfene Fehlverhalten unberechtigt ist, sollte er die ersatzlose Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte verlangen und ggf. auch mit Hilfe des Arbeitsgerichtes durchsetzen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.