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Abmahnung von Fareds – Anschließend Inkasso durch Rhein Inkasso- und Forderungsmanagement GmbH

Rechtstipp vom 17.08.2017
Rechtstipp vom 17.08.2017

Immer wieder erhält unsere Kanzlei Mandatsanfragen aufgrund von Abmahnungen der Kanzlei Fareds Rechtsanwaltsgesellschafts mbH aus Hamburg. Diese vertritt u. a. die Echo Alpha Inc. dba EA Productions/Evil Angel.

Bei den Abmahnungen der Kanzlei Fareds handelt es sich um klassische Filesharing-Abmahnungen. Vorwurf und Forderung sind dabei meist dieselben. Den Mandanten wird vorgeworfen, über eine Filesharing-Plattform einen Film heruntergeladen und unerlaubt Dritten angeboten und übertragen zu haben. Zur Beendigung der Rechtsstreitigkeit fordert Fareds die Unterzeichnung einer vorformulierten Unterlassungserklärung und Schadensersatz sowie die Kosten ihrer eigenen Beauftragung ein.

Anders als die Forderung dann gerichtlich durchzusetzen, wie in den Schreiben von Fareds angedroht, wird die Forderung jedoch oft an ein Inkassobüro abgegeben. Fareds kollaboriert diesbezüglich mit der Rhein Inkasso- und Forderungsmanagement GmbH. Diese schlägt auf die ursprüngliche Forderung nochmals Verzugszinsen und ihre eigenen Inkassogebühren drauf. Mitversendet wird ein vorgefertigtes Schreiben das den Adressaten vor die Wahl stellt, den gesamten Betrag auf einmal zu bezahlen oder alternativ eine Ratenzahlungsvereinbarung vorzuschlagen.

Wieso werde ich in Anspruch genommen?

Kanzleien wie Fareds bedienen sich zumeist eines Unternehmens, welches auf die Überwachung von Filesharing-Systemen spezialisiert ist. Diese Unternehmen ermitteln die einschlägigen IP-Adressen. Mittels dieser IP-Adresse führt die Kanzlei in der Folge ein Auskunftsverfahren nach § 101 Abs. 9 UrhG durch. Das Ziel des Auskunftsverfahrens ist die Erwirkung eines Gerichtsbeschlusses, der Ihren Internet-Provider (Telekom, Telefónica, Vodafone/Kabel Deutschland, Telecolumbus, Versatel, Unitymedia, 1&1 etc.) zur Preisgabe Ihrer persönlichen Daten verpflichtet.

Bei der IP-Adressen-Ermittlung können allerdings auch Fehler unterlaufen.

Was wirft mir die Kanzlei Fareds vor?

Unserer Mandantschaft wird vorgeworfen, Filme unerlaubt vervielfältigt und Dritten zum Download angeboten zu haben. Dies geschieht regelmäßig durch den Upload des Films über Filesharing-Plattformen wie BitTorrent, MLDonkey, Transmission oder P2P-Clients. Darin liegt ein Verstoß gegen §§ 16, 19a UrhG. Demnach dürfen urheberrechtlich geschützte Werke wie Filme, Musik etc. ohne Erlaubnis des Berechtigten nicht kopiert oder Dritten zum Download angeboten werden.

Liegt ein solcher Verstoß vor, kann der Berechtigte dann gemäß § 97 Abs. 1 UrhG die Unterlassung und gemäß § 97 Abs. 2 UrhG Schadensersatz verlangen.

Was kann ich gegen die Inanspruchnahme tun?

1. Zunächst bewahren Sie Ruhe

Der erste wichtige Schritt ist es, trotz einer vorliegenden Abmahnung und der Forderung eines hohen Betrages an Schadensersatz, die Ruhe zu bewahren. Auch wenn es normal und nachvollziehbar ist, angespannt und aufgewühlt oder gar ängstlich zu reagieren, gilt es, voreilige Entscheidungen zu vermeiden und einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn in den meisten Abmahnungsfällen lässt sich die Forderung mit Hilfe kompetenter juristischer Beratung verringern oder gar abwenden.

2. Dennoch sollten Sie nicht zögern

Es ist jedoch trotz aller Ruhe die auf dem Mahnschreiben benannte Frist zu beachten. Die Frist des Abmahnschreibens ist regelmäßig kurz und gibt Ihnen nur wenig Zeit, auf die Geltendmachung zu reagieren. Daher heißt es, schnell zu handeln und die knapp bemessene Zeit zur Reaktion sinnvoll zu nutzen. Dies gilt vor allem in den Fällen, in denen Sie die Ihnen zur Last gelegte Urheberrechtsverletzung gar nicht begangen haben. Durch Ablaufen der Frist können weitere erhebliche Kosten für Sie entstehen, denen Sie dann nur noch schwer entgehen können.

3. Handeln Sie nicht leichtfertig

Trotzdem Sie zügig handeln sollten, dürfen Sie nicht leichtfertig vorgehen. Unterzeichnen Sie in keinem Fall die dem Abmahnschreiben beiliegende Unterlassungserklärung oder ein Vergleichsschreiben, ohne vorher rechtlichen Rat eingeholt zu haben.

Unterzeichnen Sie auch nach Möglichkeit keine Ratenzahlungsvereinbarung der Rhein Inkasso GmbH. Nur weil die Forderung an ein Inkassobüro abgetreten wurde, ist Ihre Pflicht Schadensersatz zu zahlen nicht mehr oder weniger gesichert

Es ist keinesfalls schon bewiesen, dass Sie eine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Unterzeichnen Sie jedoch die Unterlassungserklärung oder ein anderes Schreiben, kann es sein, dass Sie damit ohne es zu wollen eine Rechtspflicht anerkennen. In diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob Sie die Urheberrechtsverletzung tatsächlich begangen haben. Ein auf die Abmahnung speziell abgestimmtes Schreiben ist erforderlich, ansonsten wird Schadensersatzansprüchen Tür und Tor geöffnet.

4. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung

Die Kanzlei Schlun & Elseven mit Standorten in Köln und Aachen steht Ihnen bundesweit zur Verfügung und ist Ihr zuverlässiger und kompetenter Partner bei allen Fragen zum Urheberrecht und insbesondere im Bereich des Filesharings.

Wir helfen Ihnen mit aller gebotenen Schnelligkeit, gegen die Abmahnung, das Inkassoschreiben bzw. die benannte Schadenshöhe vorzugehen. Rufen Sie uns ganz einfach an, senden Sie uns eine Nachricht per E-Mail oder nutzen Sie unser Onlineformular. Gerne erläutern wir Ihnen im Rahmen unserer kostenlosen Ersteinschätzung Ihre Chancen und Möglichkeiten.


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