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Abmahnung Waldorf Frommer für die Warner Bros. wg. dem Filmwerk „Storks“

Rechtstipp vom 07.01.2019
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Rechtstipp vom 07.01.2019
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Auch Sie haben eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung, beispielsweise wegen des Films „Storks“, erhalten? Es besteht kein Grund zur Panik, soweit richtig vorgegangen wird. Wichtig ist, sich klarzumachen, dass derartige Schreiben unbedingt ernst zu nehmen sind.

Was wird in dem Schreiben verlangt?

  • Die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung (eine Mustererklärung liegt der Abmahnung bei)
  • Die Zahlung eines „Vergleichsbetrages“, der sich aus Anwaltskosten und Schadenersatz zusammensetzt 
  • Das umgehende und dauerhafte Löschen der angebotenen Datei von der Festplatte

Storks (Störche- Abenteuer im Anflug) ist ein US-amerikanischer Computeranimationsfilm von Nicholas Stoller und Doug Sweetland aus dem Jahr 2016.

Jahrhundertelang haben Störche die Babys gebracht, doch nun arbeiten sie als Paketzusteller für einen internationalen Onlineshop. So auch Storch Junior, dem nun eine Beförderung in Aussicht gestellt wird. Aber dann setzt er versehentlich eine Maschine in Gang, die Babys produziert, und bringt so ein kleines Mädchen zur Welt, das nicht offiziell genehmigt wurde. Gemeinsam mit seiner menschlichen Freundin Tulip muss er das Kind nun schnell wieder loswerden, bevor sein Chef davon erfährt. 

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/St %C3 %B6rche_ %E2 %80 %93_Abenteuer_im_Anflug)

Keine automatische Haftung des Anschlussinhabers – sekundäre Darlegungslast

Der Anschlussinhaber ist nach Erhalt des Abmahnschreibens oftmals überrascht, da er keinerlei Kenntnis vom streitgegenständlichen Verstoß hat. Denn dieser ist in vielen Konstellationen nicht der Täter. Vielmehr kommen oft andere Personen in Betracht:

  • Verwandte
  • Partner oder Ehegatte
  • Freunde, Gäste (sog. Ferienvermietung)
  • Mitbewohner

Sofern Sie darüber hinaus Ihren Pflichten als Anschlussinhaber (z. B. soweit erforderlich Aufklärungspflichten) nachkommen, scheidet eine Haftung gänzlich aus. Allerdings obliegt dem Anschlussinhaber eine sekundäre Darlegungslast.

Dies bedeutet, dass ein konkreter Alternativsachverhalt dargestellt werden muss. Grundsätzlich muss man hier wissen, dass eine pauschale Verweisung auf Dritte („Ich hatte zahlreiche Gäste, irgendeiner von denen wird es schon gewesen sein“) nicht ausreicht.

Im Wortlaut aus einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes heißt es im Hinblick auf die Anforderungen an die sekundäre Darlegungslast:

„Wird über einen Internetanschluss eine Rechtsverletzung begangen, trägt der Anschlussinhaber eine sekundäre Darlegungslast. Dieser entspricht er dadurch, dass er vorträgt, ob andere Personen und gegebenenfalls welche anderen Personen selbständigen Zugang zu seinem Internetanschluss hatten und als Täter der Rechtsverletzung in Betracht kommen. Insoweit ist der Anschlussinhaber im Rahmen des Zumutbaren auch zu Nachforschungen verpflichtet.“ (BGH, Urteil vom 08.01.2014, Az. I ZR 169/12, BearShare.)

Wie reagieren?

Die Kanzlei Waldorf Frommer setzt in den verschickten Abmahnschreiben bewusst kurze Fristen, um den abgemahnten Anschlussinhaber ggf. zu unüberlegten und überhasteten Handeln zu „zwingen“. Bleiben Sie besonnen, und lassen sie sich ausführlich beraten, was in ihrem konkreten Einzelfall zu tun ist.

Was kann ich als Rechtsanwalt für Sie tun?

Kontaktieren Sie uns (ggf. mit gleichzeitiger Übersendung Ihrer Abmahnung). Das erste Beratungsgespräch ist kostenlos. Wir besprechen hier die genauen Umstände Ihres konkreten Einzelfalls und bauen dementsprechend eine auf Sie passende Verteidigungsstrategie auf.

Viele Argumente, die man bei einer ersten Internetrecherche sammelt, bringen für eine effektive Verteidigung gegen Waldorf Frommer gar nichts. Die Fälle müssen heute sehr individuell verteidigt werden.

Dafür sind wir gerne für Sie da.

Ihr Rechtsanwalt Tawil

Mehr Informationen zu Abmahnungen finden Sie im Internet auf unserer Homepage.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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