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Abmahnungen von web.de und gmx.de – was tun gegen das ungewollte Abo?

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Auch in Zeiten von WhatsApp, Threema und Co. erfreut sich ein „älteres“ Mittel der modernen Kommunikation weiterhin großer Beliebtheit: die E-Mail. Aus diesem Grund gibt es eine Fülle von Dienstleistern, die kostenlose Mail-Postfächer anbieten. Hierzu gehört auch die 1 & 1 Mail & Media GmbH aus Karlsruhe, welche unter anderem die Seiten www.web.de und www.gmx.de betreibt.

Kostenpflichtiges Abonnement wird angeboten

Beiden Plattformen ist gemein, dass in unregelmäßigen Abständen – häufig auch zu Feiertagen oder zum Geburtstag des Postfachinhabers/der Postfachinhaberin – das Angebot unterbreitet wird, ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen, welches Zusatzleistungen zur kostenfreien Version des Postfachs enthält. Hierbei werden in hervorgehobener Schrift die Vorzüge der kostenpflichtigen Version angepriesen. Die entsprechenden Allgemeinen Vertragsbedingungen und die Widerrufsbelehrung finden sich in kleiner Schrift mit entsprechenden Links unter dem eigentlichen Angebotstext. Der eigentliche Clou besteht jedoch darin, dass unter diesem Angebot zwei exakt gleich aussehende Schaltflächen vorhanden sind: „Kaufen“ und „Weiter zum Postfach“.

Aus Eile falsch gewählt

Da sich diese beide Schaltflächen optisch nicht unterscheiden, passiert es leider nur zu häufig, dass der Postfachnutzer/die Postfachnutzerin die falsche Schaltfläche drückt. Sofern der im Rahmen des behaupteten Vertragsschlusses erhobene Monatsbeitrag nicht gezahlt wird, geht den Betroffenen anschließend eine Mahnung über einen Betrag von 15,00 EUR für einen 3-Monats-Zeitraum zzgl. Mahngebühren zu. Zu diesem Zeitpunkt ist die Widerrufsfrist jedoch schon abgelaufen.

Forderungsinkasso und Anwaltsbeauftragung

Falls der/die Betroffene auf diese Mahnung nicht reagiert, wird zeitnah ein Inkassobüro mit der Forderungsbeitreibung beauftragt. Wenn auch hierauf nicht reagiert wird, so wird ein Anwaltsbüro mit der Durchsetzung der behaupteten Forderung beauftragt – selbstverständlich unter ständiger Erhöhung der Kosten. Hierbei ist es nicht ratsam, die Aufforderungsschreiben zu ignorieren, da die 1 & 1 Mail & Media GmbH den behaupteten Anspruch notfalls auch mittels eines Mahnbescheides weiter betreibt.

Anwaltliches Vorgehen

Gerade in letzter Zeit wurden wir vermehrt mit der Forderungsabwehr in derartigen Fällen durch (vermeintliche) Schuldner beauftragt. Hierbei konnten die Forderungen – obwohl manchmal bereits ein Mahnbescheid ergangen war, gegen den Widerspruch eingelegt wurde – allesamt abgewehrt werden. Auf anwaltliche Schreiben hin reagiert das Beschwerdemanagement üblicherweise mit der Ausführung, dass der Vertrag zwar wirksam zustande gekommen sei, dass jedoch „ausnahmsweise aus Kulanzgründen“ der Vertrag gekündigt und das Postfach auf den kostenlosen Status zurückgesetzt werde. Auch werden in diesen Fällen die behauptete Forderung sowie sämtliche Rechtsverfolgungskosten ausgebucht und die Angelegenheit damit umfassend als erledigt betrachtet.

Fazit – wie wehrt man sich gegen die Forderungen?

Es ist ratsam, bereits nach der ersten Mahnung anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um den Forderungen der 1 & 1 Mail & Media GmbH möglichst frühzeitig entgegenzutreten und sich weiteren Zeit-und Nervenaufwand zu sparen. Die Erfahrung zeigt, dass durchaus mittels anwaltlichen Tätigwerdens erreicht werden kann, dass der Dienstleister von seiner Forderung abrückt. Gerne sind wir Ihnen auch in diesem Fall behilflich und beraten Sie bundesweit.

Nils Roreger, Rechtsanwalt, Koblenz 


Rechtstipp vom 26.07.2017
Aktualisiert am 31.07.2017

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