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Absicherung des nicht-ehelichen Lebenspartners durch Testament

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Wir erleben es immer wieder in unserer Anwaltskanzlei, dass Menschen, die Jahre oder sogar Jahrzehnte mit jemandem zusammenleben, keine Vorsorge für den Fall des Todes getroffen haben. Selbst dann nicht, wenn Kinder aus der Beziehung hervorgegangen sind. Das führt nach dem Tod des einen Partners sehr häufig zu persönlichen Dramen, weil der nicht-eheliche Lebenspartner gar nichts bekommt, wenn er nicht durch ein Testament als Erbe eingesetzt wurde.

Wenn man verheiratet ist oder in eingetragener Lebenspartnerschaft lebt, erhält man nach dem Tode des Partners aufgrund des gesetzlichen Erbrechts immer zumindest einen Anteil am Nachlass des Verstorbenen, wenn kein Testament gemacht wurde. Wenn man nicht verheiratet ist und kein Testament errichtet wurde, erhält man gar nichts. Das kann nicht oft genug wiederholt werden.

Ein Fall aus unserer Praxis: Ein Paar lebte über 20 Jahre lang zusammen in der dem Mann gehörenden Wohnung. Beide waren nicht verheiratet, der Mann hatte kein Testament gemacht. Der Mann verstarb. Die Frau musste innerhalb von kürzester Zeit aus der Wohnung ausziehen, in der sie so lange gelebt hatte. Die Kinder des Verstorbenen, die ihn als gesetzliche Erben beerbt hatten, verlangten dieses, weil sie die Wohnung verkaufen wollten. Sie nahmen außerdem als erstes nicht nur alle persönlichen Gegenstände und Unterlagen des Vaters aus der Wohnung mit, sondern auch einen Teil der Möbel. Die Frau hatte keinen Zugriff mehr auf die Konten des Mannes und war von einem auf den anderen Tag finanziell komplett auf sich selber gestellt. Man kann sich sicherlich vorstellen, unter welcher großen Belastung, neben der eigentlichen Trauer, diese Frau plötzlich stand.

Ein Testament zu schreiben dauert normalerweise nicht lange. Trotzdem schrecken viele offenbar davon zurück und nehmen lieber in Kauf, dass geliebte Menschen im Falle des Todes nicht abgesichert zurückbleiben, oder aber sie blenden dieses Problem komplett aus. Das mag damit zusammenhängen, dass man nicht gerne über den eigenen Tod nachdenkt und immer meint, man habe noch Zeit genug. Die Folgen für den Partner können im Falle des Falles aber katastrophal sein.


Rechtstipp vom 24.04.2017
aus der Themenwelt Erbe und Nachlass und dem Rechtsgebiet Erbrecht

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