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Achtung Gewerbetreibende „Branchenbuch München“ hat Interesse an Ihrem Geld trotz kostenlosem Angebot

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Gewerbetreibende bekommen derzeit wieder dubiose „Angebote", diesmal von „Branchenbuch München".

Bei dieser Flut von Anbietern regional wie in diesem Fall für den Großraum München, oder überregional wie das „Gelbe Branchenbuch" ist es für den Adressaten schwierig den Überblick zu behalten, wer ist seriös, was wird mir angeboten ist das alles wirklich gratis so wie es in fetten Lettern angepriesen wird. und kostenlos noch dazu.

So wird etwa formuliert:

„Wir haben Sie mit dem kostenlosen Basiseintrag in unserem Branchenverzeichnis eingetragen "(Fett und unterstrichen)

Bitte überprüfen Sie diesen Vorschlag auf seine inhaltliche Richtigkeit. Der kostenpflichtige Businesseintrag muss schriftlich in Auftrag gegeben werden. (dünn und klein geschrieben)

Dann findet sich weiter ein umrandetes Feld in dem Ihre Firmenangaben stehen - meist schon mit kleinen Fehlern versehen.

Die Felder Branche, @-mail und Homepage sind unausgefüllt. Rechts daneben in vielem Kleingedruckten steht dann in extra Rahmen: Bitte ergänzen Sie die Branche, @-mail, Homepage und faxen diese an uns zurück (alles fett gedruckt)

Dann ist unten eine ominöse Faxnummer 0-044-2080 und noch 6 weitere Ziffern angegeben.

Spätestens hier sollte man stutzig werden und jetzt schauen Sie mal den Absender an: „Kryogusa in Karagandy"

Ja, jetzt könnte man eigentlich mit Lachen anfangen aber leider machen sich die wenigsten Adressaten die Mühe und lesen was da wirklich steht, man liest kostenlos - korrigiert, unterschreibt und faxt an die angegebene Nummer.

Nach ca. 3 Wochen kommt dann das nächste Schreiben und jetzt will man Geld von Ihnen - eine Jahresgebühr von 998,- €uro und das Ganze für eine Mindestvertragslaufzeit von 3 Jahren.

Im Kleingedruckten kann man das dann mehr oder weniger verständlich nachlesen.

Und jetzt fangen die ersten an zu schreien „Das ist Abzocke!" und auch wenn man nichts macht, weil man sich sagt - „ist doch alles nur Quatsch und Geldmacherei" wird man weiter mit Rechnung, Zahlungsaufforderung oder Inkassoschreiben konfrontiert. Chefs schimpfen mit ihren Mitarbeitern, die leichtfertig unterschrieben haben und andere ärgern sich und zahlen. Einige wenige zahlen einfach, weil es in der Masse an Rechnungen gar nicht auffällt.

Leider gehen immer noch genug Adressaten in die Falle, sind diese Schreiben doch auch oft sehr gut formuliert und bewegen sich somit in einer legalen Grauzone. Es gibt durchaus Richter, die von einem Kaufmann verlangen, dass er sich gewissenhaft alles durchliest bevor er es unterschreibt.

Also was tun?

Angeraten ist: der Zahlungsaufforderung zu widersprechen, einen etwaigen Vertragsschluss widerrufen, hilfsweise Vertrag anfechten und äußerst hilfsweise die Kündigung erklären.

Auch wenn es um „kleine" Beträge geht, sollten Sie sich vor Überweisung über die Rechtmäßigkeit der Forderung Gewissheit verschaffen. Eine Rückforderung des Betrages lässt sich in der Regel mangels „Ansprechpartner und/oder Verantwortlichem" bei solchen Firmen kaum durchsetzen. So gibt das „Branchenbuch München" als Absender wie gesagt eine Adresse in Karagandy an.

Klage müsste dann wohl irgendwo in Kasachstan eingereicht werden. Viel Erfolg dabei!

Sollten Sie einen Vertrag abgeschlossen haben und nicht so recht wissen ob und wie Sie da wieder rauskommen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Verbraucherzentralen und die Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft sind auch an entsprechenden Informationen interessiert.

Max Jelinek

Rechtsanwalt & Mediator

Tel. 08031 58191600

mobil 0173 9590717

Fax 08031 58191609


Rechtstipp vom 30.11.2012
aus dem Rechtsgebiet Allgemeines Vertragsrecht

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