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Achtung vor der Nachbelehrung – Versicherungen gegen den Widerrufsjoker! 

Rechtstipp vom 23.01.2017
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Rechtstipp vom 23.01.2017
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Form- und Formulierungsfehler in den Widerrufsbelehrungen von Lebens- oder Rentenversicherungen sind für Verbraucher ein Glücksfall. Durch Sie kann der Widerrufsjoker erfolgreich gespielt werden – das bedeutet, dass dem Vertrag noch Jahre nach dem Abschluss widersprochen werden kann, und zwar zu Ihrem Vorteil! Sie sparen mithilfe des Widerrufsjokers bares Geld.

Doch Vorsicht ist geboten! Viele Versicherungsgesellschaften senden Ihren Vertragsnehmern Nachbelehrungen, die den Widerrufsjoker durch eine zweiwöchige Widerrufsfrist nahezu aufheben. Was das für Sie als Verbraucher bedeutet und wann eine Rückabwicklung ratsam ist, erklären wir nachfolgend!

Nachbelehrung mit neuer Widerrufsfrist — Verbraucher aufgepasst!

Flattert Ihnen die Nachbelehrung als Zusatz oder Nachtrag zur Widerrufsbelehrung ins Haus, sollte an erster Stelle die fachliche Prüfung Ihres Versicherungsvertrags stehen. Die ausgesandten Nachbelehrungen wurden aufgrund eingeforderter Ansprüche gegenüber den Versicherungsgesellschaften aufgesetzt und sollen Fehler jedweder Art in der bestehenden Widerrufsbelehrung ausgleichen.

Die Korrektur der Widerrufsbelehrung beschränkt ihre Widerrufsfrist auf 14 Tage (statt eines ewigen Widerrufsrechts!) und verhindert so Ihr Recht auf das Einsetzen des Widerrufsjokers. Die Uhr für die Rückabwicklung tickt!

Tipps für Verbraucher was tun, wenn die Nachbelehrung da ist?

1. Bei Erhalt der Nachbelehrung den Versicherungsvertrag fachlich prüfen lassen!

2. Lassen Sie klären, ob eine Rückabwicklung in Ihrem Fall sinnvoll ist!

Wenn eine Rückabwicklung für Ihren individuellen Fall rentabel ist – und das ist er, sofern Sie den Versicherungsvertrag bereits gekündigt haben oder vorhaben, dies einzuleiten –, erhalten Sie Ihre gezahlten Versicherungsbeiträge verzinst zurück; lediglich Prämien (z. B. für Fälle von Berufsunfähigkeit oder beim Todesfall) dürfen seitens der Versicherungsgesellschaft einbehalten werden.

3. Stellen Sie sicher, welche Verzinsung bei Ihren Vertragskonditionen zutrifft!

4. Wenden Sie sich an einen erfahrenen Anwalt für Versicherungsrecht und lassen Sie Ihren konkreten Fall prüfen und einschätzen!


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