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Ängste von Verbrauchern beim Widerrufsjoker sind regelmäßig unbegründet!

Dass der Widerruf von teuren Darlehen zu finanziellen Vorteilen im fünfstelligen Bereich führen kann, ist immer mehr Verbrauchern bekannt. Viele Verbraucher zögern dennoch aufgrund völlig unbegründeter Zweifel den Widerrufsjoker zu nutzen. Dieser Artikel soll helfen, die häufigsten Bedenken auszuräumen.

„Ich habe Angst, dass mir die Bank kündigt, wenn ich widerrufe“

Die Bank kann einem Verbraucher rechtlich nicht kündigen, weil dieser von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht. Im Übrigen wäre der Wunsch der Bank nach einer schnellen Auflösung des Darlehens eine für den Verbraucher vorteilhafte Situation, da hierdurch viele Zinsen gespart werden würden. Eine Vorfälligkeitsentschädigung stünde der Bank dabei nämlich nicht zu.

„Bleibt genug Zeit für eine Anschlussfinanzierung, wenn der Widerruf von der Bank akzeptiert wird? Ich habe da was von 30 Tagen gelesen. Versteigert die Bank sonst mein Haus?“

Ja es bleibt genug Zeit! Rechtlich basiert dies auf unterschiedlichen Aspekten. Wichtiger in der Praxis: Wenn eine Einigung mit der Bank erzielt wird, sind beide Seiten entweder an einer Fortsetzung zu günstigeren Konditionen interessiert oder daran, dass eine Ablösung ohne Nachteile für beide Parteien vollzogen wird, um die Einigung nicht zu gefährden. Geht der Widerruf leer, bleibt alles wie es ist. Wird der Widerruf durch Urteil gewonnen, bleiben regelmäßig mehrere Monate Zeit, da etliche Details noch durch die Anwälte der Parteien abzustimmen sind. Es besteht daher in der Praxis kein Szenario, in welchem Gefahr für den Verbraucher bei noch laufenden Darlehen droht. Bei bereits abgezahlten Darlehen, ist ohnehin kein Risiko denkbar für den Verbraucher. Hier kann nur gewonnen werden.

„Was ist mit meinen anderen Konten bei der Bank, werden diese nach Widerruf gesperrt?“

Der Widerruf betrifft nur die widerrufenen Darlehen, alle anderen Konten bleiben völlig unberührt. Auch die vom Widerruf betroffenen Darlehenskonten laufen bis zur Entscheidung über den Widerruf normal weiter.

„Ich habe heute finanzielle Probleme. Macht der Widerruf trotzdem Sinn?“

Häufig ja. Das kommt aber auf den Einzelfall an. Pauschal lässt sich sagen, dass Ihre Bank Ihre finanzielle Situation stets gut kennt. Das heißt diese kennt Ihre Kontoaus- und -abgänge, ebenso hat diese Kenntnis von negativen SCHUFA-Einträgen oder unbezahlten Rechnungen. Hat die Bank kürzlich deshalb Ihre Darlehenskonditionen verändert oder droht mit Kündigung, kann ein Widerruf eine gute Chance sein, sich von Darlehensschulden wenigstens teilweise zu lösen. Falls eine Anschlussfinanzierung benötigt wird, sollte hier jedoch im Einzelfall vorab geprüft werden, ob eine solche möglich ist.  

„Ist der Widerruf ethisch korrekt?“

Wir meinen ganz klar ja. Warum? Ist es ethisch korrekt, dass Banken Zinsen in Höhe von 0,0 % an Ihre Kunden vergeben und durchschnittlich 12 % Zinsen von den Kunden zu nehmen, wenn diese einen finanziellen Engpass haben, nur weil wir uns mittlerweile schon daran gewöhnt haben so behandelt zu werden? Ist es ethisch korrekt mit dem Geld von Kunden an den Kapitalmärkten zu zocken und hohe Gewinne im Erfolgsfall einzustreichen, doch wenn es schiefgeht die Schulden auf die Bevölkerung und damit auf die Kunden zu verteilen? Die Bank würde es im umgekehrten Fall definitiv genauso machen, Sie macht es schließlich tagtäglich seit Jahrzehnten so. Sie macht vorteilhafte Geschäfte für sich. Dazu raten wir Verbraucher ebenso!

Fazit

Der Widerruf führt für Verbraucher mit normaler oder guter Bonität regelmäßig zu keinem Nachteil, sondern bietet nur die Chance in Höhe von vielen tausend Euro profitieren zu können.

Verbraucher dürfen sich rechtlich und ethisch motiviert fühlen endlich mal nicht nur Opfer, sondern auch Sieger sein zu können, indem Sie den Widerrufsjoker nutzen und ein vorteilhaftes Geschäft für sich abschließen. 

Haben Sie schwere finanzielle Probleme, kann der Widerruf ebenfalls helfen, hier muss jedoch im Einzelfall geprüft werden, ob eine Anschlussfinanzierung benötigt wird und ob eine solche möglich ist.

Wir unterstützen Verbraucher bundesweit im Bankrecht (v. a. Widerruf Darlehen) und Verbraucherrecht (Widerspruch Lebens- und Rentenversicherung, VW-Abgasskandal, SCHUFA-Problemen) in jeder Lage des Verfahrens. Bei Interesse kontaktieren Sie uns gerne per Mail oder telefonisch. Wir freuen uns auf Sie!

Ulf Böse, Rechtsanwalt und Partner bei Decker & Böse Rechtsanwälte

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            Rechtsanwalt Ulf Böse (DECKER & BÖSE Rechtsanwälte, Kanzlei für Bankrecht, Kapitalmarktrecht und Verbraucherrecht) Rechtsanwalt Ulf Böse

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