Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Ärzte – Schutz vor falschen und negativen Bewertungen

(9)

Ärzte müssen es dulden, im Internet bewertet zu werden. Dies wird durch die bisherige Rechtsprechung bestätigt. 

Allerdings müssen Ärzte nicht jede Äußerung im Internet hinnehmen. Rufschädigende und ehrenrührige Behauptungen müssen nicht geduldet werden. Ebenso können sich Ärzte zur Wehr setzen, wenn Lügen verbreitet werden oder wenn der Bewerter niemals Patient war. Etwa 1/3 aller Bewertungen sollen falsch sein. Eine Menge, wenn man sich vor Augen führt, welche Folgen in der Regel die negativen Bewertungen für Ärzte erfahrungsgemäß haben: Umsatzeinbußen und Imageverlust.

Die meisten Arztsuchenden entscheiden sich für Ärzte mit positiven Bewertungen. Ärzte, die schlecht bewertet wurden, fallen bei der Arztwahl raus.

Fatal ist dabei, dass die Bewertungsportale wie Jameda sehr gut in den Suchmaschinen gelistet werden. Ein Arzt, der schlecht bewertet wurde, taucht dann in den Suchmaschinen auf, wenn sein Name in die Suchmaschinen eigegeben wird. Die Bewertungen können übrigens von jedem Internetnutzer abgegeben werden. Eine verlässliche Prüfung, ob der Bewerter jemals Patient war, findet nicht statt.

Ärzte können sich jedoch schützen und müssen nicht tatenlos zusehen, wie ihr Ruf geschädigt und sie finanziell ruiniert werden. Unangenehme Äußerungen, die noch zulässig sind, können durch Gegenkommentare entschärft werden. Rechtswidrige Bewertungen können direkt beseitigt werden. Hier ist das Portal, das die Bewertung zum Abruf bereit hält ebenso in der Pflicht wie auch der Bewerter selbst. So kann für die Zukunft ein Schutz vor schlechten Bewertungen erreicht werden, wenn Ärzte gegenwärtig richtig gegen negative Bewertungen vorgehen.

Gut zu wissen für Ärzte:

Es ist Bewegung in der Rechtsprechung. 

Der BGH will bspw. im Januar eine Entscheidung treffen, inwieweit die Portale haften, wenn es zu rechtswidrigen Bewertungen kommt. Laut Medienberichten sieht der BGH keinen Vorrang der Informationsfreiheit der Öffentlichkeit und der Bewertungsportale vor dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht der Ärzte. Es wurde angedeutet, dass Bewertungsportale wie Jameda Nachweise von den Bewertern einfordern müssen, wenn es um die Überprüfung der Rechtmäßigkeit einer Bewertung geht. Eine bloße Terminbestätigung sei hierfür nicht ausreichend. Es müssten schon Arztrechnungen oder Rezeptbelege sein, aus denen die Patienteneigenschaft hervorgeht.


Rechtstipp vom 18.12.2015
aus der Themenwelt Marketing und Internet und dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von gulden röttger | rechtsanwälte

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.