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AG München: eBay-Verkäufer hat bei falscher Negativbewertung Anspruch auf Löschung

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Das Amtsgericht München hat mit einem Urteil vom 23.09.2016, Aktenzeichen: 142 C 12436 /16, entschieden, dass eine falsche Bewertung einer eBay-Transaktion eine Pflichtverletzung im Rahmen des Kaufvertrags darstellt und zu einem Löschungsanspruch des Falschbewerteten führt.

Im vorliegenden Fall bot der Kläger auf eBay einen „Burmester 808 MK 3 Vollausstattung im Best/Neu-Zustand, keine 100 Betriebsstunden“ zum Verkauf an. In der Beschreibung dazu hieß es: „Der 808 MK3 wird in der Originalverpackung geliefert“. Der Beklagte kaufte am 12. März 2016 unter seinem Benutzernamen den Artikel zum Preis von 7500 Euro. Das Gerät wurde von dem Kläger an den Beklagten mit der Originalverpackung versandt. Der Beklagte gab auf dem Bewertungsportal über den Kauf folgende negative Bewertung ab: „Keine Originalverpackung, deshalb ist jeglicher Versand mehr als ein Risiko!!!“

Daraufhin forderte der Kläger den Beklagten mehrfach zur Rücknahme der Bewertung auf und erhob schließlich Klage vor dem Amtsgericht München.

Das Amtsgericht München verurteilte den Beklagten, der Entfernung der von ihm abgegebenen negativen Bewertung auf dem von eBay extra gestellten Formular zuzustimmen. Im Rahmen des zwischen den Parteien geschlossenen Kaufvertrags treffe den Beklagten nach Ansicht des Gerichts die Nebenpflicht, eine wahrheitsgemäße Bewertung im eBay-Bewertungsportal über den Kläger und die Transaktion abzugeben. Die Bewertung des Beklagten – „keine Originalverpackung“ – sei unzutreffend und falsch gewesen, da es sich tatsächlich um die originale Verpackung gehandelt habe.


Rechtstipp vom 29.05.2017
aus den Rechtsgebieten eBay & Recht, IT-Recht

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