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Aktien Power AG/Aktienpower AG: Prozessbeginn in Mannheim

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14.04.2015: der Mannheimer Morgen berichtet über den Start des Strafprozesses gegen fünf Angeklagte vor der großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichtes Mannheim (Az.: 22 KLs 631 Js 510/08). Der zentrale Fokus richtet sich ausweislich der Angaben des Landgerichtes Mannheim hier gegen den Angeklagten Alfredo C. als Präsident des Verwaltungsrates der Aktien Power AG, den Angeklagten Dominik L. als Vertreter aller zugehörigen Unternehmen des Konglomerates, sowie die Angeklagte Monika A. als Geschäftsführerin der Aktien Power Marketing GmbH. Der wesentliche Vorwurf: Verdacht des gewerbsmäßigen Betruges in mehreren Fällen.

In „arbeitsteiligem Zusammenwirken” habe man etwa 50.000 Aktien zu Preisen zwischen CHF 125 und CHF 160 pro Stück an Investoren verkauft. Den Anlegern sei hierbei unter anderem in entsprechenden Emissionsprospekten sowie in vom Angeklagten Alfredo C. betriebenen „Road Show”-Vorführungen bewusst und wahrheitswidrig vorgegaukelt worden, dass die Aktien Power AG lukrative und profitable Geschäftsbereiche (Veranstaltung von Börsenseminaren) besäße. Den beiden weiteren Angeklagten Peter B. und Andreas W. wird vorgeworfen, sich „in Kenntnis der Wertlosigkeit der Aktien als Mittäter an den betrügerischen Aktiengeschäften beteiligt” zu haben, sie seien für den Vertrieb zuständig gewesen. Den Angaben des Landgerichtes zufolge seien den Beschuldigten Summen in Höhe von 1,5 sowie 1,6 Millionen € respektive monatliche Honorare zwischen 6000 und 8000 € aus den Investorengeldern zugeflossen.

Bereits vor etlichen Jahren warnten verschiedenerlei seriöse Wirtschaftsmedien vor den Aktienseminaren und Beteiligungen der Aktien Power AG, die ihren Sitz im schweizerischen Ort Baar im Steuerparadies Zug hatte. Alfredo Cuti als Verwaltungsrat des Unternehmens wurde beispielhaft vom Manager Magazin bereits vor zehn Jahren mit den Worten zitiert, er würde Teilnehmern seiner Börsenseminare Strategien vermitteln, die „so genial sind, dass sie die Finanzwelt in ihrem Fundament erschüttern”. Ergänzt wird die schillernd-farbige Darstellung der damaligen Aktivitäten u.a. durch Kommentare des Sprechers der deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz Jürgen Kurz: die Rede ist hier von „Lockversprechungen”, typisch für „Angebote auf dem grauen Kapitalmarkt”. Investoren könnten alleine dahingehend sicher sein, dass „einzig Herr Cuti einmal ein reicher Mann sein wird - und ein gesuchter dazu”.

Nun sitzen die drei Manager der A.P. AG (so die schriftliche Darstellung des Mannheimer Landgerichtes) nebst den beiden Mitangeklagten sowie sieben Rechtsanwälten dicht gedrängt auf der zu engen Anklagebank der großen Wirtschaftsstrafkammer in Mannheim - und aus Platzgründen auch gegenüber, neben der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren sprenge die hier üblichen Dimensionen, wie der Mannheimer Morgen berichtet. Die Ermittlungen liefen bereits seit dem Jahre 2007, mutmaßliche Taten sowie Geschädigte kämen aus (mindestens) den drei Staaten Deutschland, Österreich und der Schweiz. Möglicherweise muss von einer weit höheren Zahl Betroffener und einem erheblich höheren gesamten Schaden ausgegangen werden als in der vorliegenden Anklageschrift festgehalten, wobei hier von rund 100 Betroffenen und einer Schadenssumme von rund 6 Millionen € gesprochen wird. Keiner der Beschuldigten sei bisher seit Ermittlungsbeginn in Untersuchungshaft gesessen, einzig einer der beiden mutmaßlichen Mittäter wollte zum Prozessauftakt Angaben zur Sache machen. Seinen Erkenntnissen nach hätten sich „die Seminare selbst getragen. Ich hatte keinen Grund, das zu hinterfragen”.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist regelhaft mit hunderten von Fällen auf diesen Gebieten mandatiert und hat sich insbesondere hinsichtlich effektiver Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Ansprüche über die Jahre eine ausgezeichnete Expertise erworben. Wir empfehlen im vorliegenden Falle allen Geschädigten, umgehend, auch im Sinne des Prioritätsprinzipes („wer zuerst kommt, mahlt zuerst”) mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Wege zur Sicherung bestehender Investments zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah umzusetzen. Im Prüfungsbereich in diesem Sinne dürften vorsorglich unter anderem sogenannte Pfändungsarreste gegen die verantwortlich Beteiligten stehen. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung des Sachstandes ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 15.04.2015

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