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Alkohol am Steuer – wie viel darf man trinken?

Rechtstipp vom 11.02.2019
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Rechtstipp vom 11.02.2019
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In diesem Beitrag soll es nicht darum gehen, was Ihnen blüht, wenn Sie mit zu viel Alkohol beim Autofahren erwischt werden. 

Vielmehr soll es darum gehen, wie weit sie gehen können, ohne in die Mühlen der Staatsgewalt zu geraten.

Aber Vorsicht! Der Artikel ist keineswegs jugendfrei! Der Rechtstipp gilt für Sie nur, wenn Sie über 21 Jahre alt und aus der „Probezeit“ sind!

Das erste Bier ist frei (0,3 – Grenze)

Bis 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration werden Sie genauso behandelt, als hätten Sie 0,00 Promille BAK. Sofern Sie kein kleiner oder sehr dünner Mann sind, erreichen Sie diesen Wert mit 0,5 l Bier nicht. Als Frau müssen Sie etwas vorsichtiger sein – wenn Sie recht groß und „kräftig“ sind, verbürge ich mich in diesem Punkt für Sie. Auch ein Schoppen Wein ist in dem Fall nicht geeignet, Ihren Blutalkoholwert an diese Grenze zu bringen.

Sie können also normal gebauter Mann oder vollschlanke Frau stets mit gutem Gewissen ein Feierabendbier oder ein Glas Wein trinken und dann Auto fahren.

Selbst wenn Sie dann einen schweren Unfall verursachen, wird man Sie so zu behandeln haben, als wären Sie völlig nüchtern gefahren. Ein Problem haben Sie dann trotzdem, aber kein so gravierendes, als hätten Sie denselben Unfall mit einem höheren Blutwert verursacht.

Die Twilight-Zone (0,3 – 0,5)

Zwischen 0,3 und 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration dürfen Sie einen PKW führen. Es ist keine Ordnungswidrigkeit und auch keine Straftat. Es sei denn, bei Ihnen sind „Fahrauffälligkeiten“ festzustellen. Das heißt, Sie fahren schlecht. Eine schlechte Nachricht also für alle, die immer schlecht Auto fahren. 

Wer allerdings sein Fahrzeug auch in diesem Zustand beherrscht und das im konkreten Fall unter Beweis stellt, ist trotz Alkoholisierung im Recht. 

Wenn Sie einen Unfall in diesem Zustand verursachen, haben Sie ein handfestes Problem. Trotz meiner Ankündigung, die schlimmen Folgen nicht anzusprechen, nur so viel: Wenn ein Mensch ums Leben kommt, werden Sie sich wahrscheinlich dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung (§ 222 StGB) stellen müssen. Die ist immerhin mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht. 

Wenn Sie also ein guter Fahrer sind und Sie am jeweiligen Tag nicht das Gefühl haben, dass ein Verkehrsunfall droht, können Sie guten Gewissens bis zu 0,5 Promille im Blut haben.

Was heißt das nun?

Jetzt wüssten Sie natürlich gerne, wie viel das genau ist. Wie viel darf ich nun also exakt trinken, ohne mich gegen die Rechtsordnung zu stellen? Das kann Ihnen Ihr Arzt ausrechnen.

Wenn Sie männlich, in etwa um die 30 Jahre alt sind, um die 75 kg wiegen und um die 185 cm Körpergröße haben, dann dürften bei Ihnen zwei Bier oder ein halber Liter Wein in einer Stunde noch etwas unter die 0,5-Promille-Grenze führen.

Diese Auskunft erfolgt allerdings ohne Gewähr.

Der Profitipp

Wenn Sie nun das System erfasst haben und auch Ihre trinkerischen Grenzen professionell haben austesten lassen, dann darf ich Sie für das Gefühl der maximalen Freiheit noch auf folgendes hinweisen:

Das Gesetz sagt nichts darüber, wann, wo und wie Sie auf die 0,5 Promille zu kommen haben.

Insbesondere ist es nicht verbotener, während der Fahrt zu trinken, als vor der Fahrt. Allerdings wird die Polizei Sie wahrscheinlich anhalten, wenn Sie mitbekommt, dass Sie während der Fahrt Alkohol trinken. Aber davor müssen Sie sich nicht fürchten – Sie haben schließlich nichts zu verbergen. Wenn doch, lieber nicht während der Fahrt trinken.

Wenn Sie also Berufspendler sind, der ordentlich Auto fährt und auch sonst keine gesteigerten Unfallrisiken vorliegen, spricht nichts dagegen, das erste (oder auch zweite) Feierabendbier – diskret – schon während der Heimfahrt zu trinken. Wenn Sie gerne Ärger provozieren, müssen Sie es nicht mal diskret tun.

Und wenn doch mal was schief geht: Schnell zum Anwalt!


Rechtstipp aus der Themenwelt Alkohol und Drogen am Steuer und den Rechtsgebieten Strafrecht, Verkehrsrecht

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