Alle Jahre wieder- Die Betriebskostenabrechnung

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Es ist wieder soweit. Viele Mieter in Deutschland dürften in den letzten Tagen die Betriebskostenabrechnung für die vergangene Abrechnungsperiode erhalten haben. Leider werden die Abrechnungen in diesem Jahr höher ausfallen als die Abrechnungen der vergangenen Jahre. Verantwortlich sind die gestiegenen Heizkosten. Doch sollten sich Mieterinnen und Mieter bei extremer Steigerung der Nebenkosten die Nebenkostenabrechnung genauer anschauen. Hinter außergewöhnlichen Erhöhungen verbirgt sich meist ein Fehler in der Abrechnung.

Häufig kommt es auch zu erhöhten Betriebskosten, weil der Vermieter mehr abrechnet, als er darf oder als im Mietvertrag vereinbart ist.

Folgende Posten können in der Betriebskostenabrechnung umgelegt werden:

  • Grundsteuer und Versicherungen
  • Wasser und Abwasser
  • Heizungskosten
  • Straßenreinigung und Müllabfuhr
  • Ungezieferbekämpfung
  • Hausreinigung und Schornsteinreinigung
  • Gartenpflege Hausmeistertätigkeit Beleuchtung
  • Sachversicherungen und Haftpflichtversicherungen
  • Antennekosten oder Kabelkosten
  • Fahrstuhl, Wascheinrichtungen 

Nicht umgelegt werden können:

  • Personal- und Sachkosten für die Bewirtschaftung des vermieteten Objektes im Sinne der Geschäftsführung
  • Kosten für Steuerberater
  • Kosten für die Inanspruchnahme von Unternehmensberatern
  • Kosten für die Prüfung des Jahresabschlusses
  • Kosten der Erstellung von Abrechnungen. Eine Ausnahme gilt bei den Kosten für die Berechnung und Verteilung der Heiz- und Warmwasserkosten und für die verbrauchsabhängig ermittelten Kaltwasserkosten sowie die Kosten der Berechnung und Aufteilung des Betriebes von Müllmengenerfassungsanlagen.
  • Erbbauzinsen
  • Kosten für die Bewachung des Objekts durch Beauftragung einer Wach- und Schließgesellschaft.
  • Druck- und Dichtigkeitsprüfung der allgemeinen Gasleitung
  • Beiträge des Vermieters zum Grundeigentümerverein oder zu anderen Interessenverbänden
  • Bankgebühren für Mietenkonto
  • Die Portokosten für die Versendung von Abrechnungen oder sonstigen Mitteilungen an die Mieter
  • Die Zinsen für einen Kredit, um Heizöl einzukaufen
  • Die Zinsabschlagsteuer auf Instandhaltungsrücklagen
  • Die Rechtsschutzversicherung für das vermittelte Objekt
  • Die Mietausfallversicherung

 

Bei der Überprüfung der Nebenkostenabrechnung sollten Sie folgendes beachten:

  • Werden Häuser die in keinem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, in der Betriebskostenabrechnung zusammengefasst, sollte der Betriebskostenabrechnung widersprochen werden.
  • Sind im Mietvertrag Umlageschlüssel vereinbart worden? Wurden diese in der Abrechnung eingehalten?
  • Sämtliche Nebenkostenabrechnungen müssen auf den Namen des Vermieters ausgestellt sein.
  • Wurde im Mietvertrag eine Betriebskostenpauschale vereinbart? In diesem Fall, sind mit den monatlichen Zahlungen alle Betriebskosten abgedeckt.
  • Alle entstandenen Kosten müssen den Nebenkostenarten detailliert zugeordnet sein.

 

Welche Fristen müssen eingehalten werden?

Wer eine zu hohe Nebenkostenabrechnung erhalten hat, sollte sich mit einem Widerspruch nicht zuviel Zeit lassen. Es bleiben 12 Monate Zeit, um strittige Zahlungen zu klären. Der unstrittige Teil sollte bezahlt werden. Vermieter setzten oft eine  Zahlungsfrist von 4 Wochen, die gilt aber in diesen Fällen nicht. Aber um Ärger zu vermeiden, sollten bei strittigen Posten die Einsprüche innerhalb der 4 Wochen dem Vermieter zukommen.

Aber auch der Vermieter muss Fristen einhalten. So ist die Betriebskostenabrechnung innerhalb von zwölf Monaten nach Ablauf der Abrechnungsperiode fällig. Wer dem Mieter jetzt die Abrechnung für 2006 vorlegt hat keinen Anspruch auf Nachzahlungen. 

 

Bei Detailfragen wenden Sie sich an:

Rechtsanwalt Johannes von Rüden
Niebuhrstraße 7010629 Berlin
Telefon: 030 - 547 103 70

 

 


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