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Alleinerziehende: Zur Vollzeitarbeit verpflichtet?

Alleinerziehende: Zur Vollzeitarbeit verpflichtet?
Für alleinerziehende Geschiedene wird es schwieriger, eine Verlängerung ihres Betreuungsunterhalts durchzusetzen.

Geschiedene Alleinerziehende sind seit der Reform des Unterhaltsrechts öfter gezwungen, die Betreuung des gemeinsamen Kindes einzuschränken und stattdessen eine Arbeit aufzunehmen. Die Pflicht zur Aufnahme einer Teil- oder Vollzeitbeschäftigung besteht, wenn das Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat. War früher vorrangig das Alter des Kindes für eine Verlängerung des Betreuungsunterhalts ausschlaggebend, steht nun der individuelle Einzelfall im Vordergrund.

Der Bundesgerichtshof fordert, dass beim Übergang von der Betreuung des Kindes zu einer Vollzeitarbeit die Gründe sowohl auf Kindes- als auch auf Elternseite genau dargelegt werden müssen, die gegen die Aufnahme einer Vollzeittätigkeit sprechen. Vor Gericht muss das der Unterhaltsberechtigte beweisen.

Mit dem Urteil stellt der XII. Senat eindeutig klar, dass nach der neuen Rechtslage ab der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes grundsätzlich eine Vollzeittätigkeit aufgenommen werden muss, wobei der Wechsel zur Berufstätigkeit nicht abrupt, sondern auch schrittweise von Teilzeit zur Vollzeitarbeit erfolgen kann. Dann müssen die Gründe dafür aber individuell vom betreuenden Elternteil vor Gericht dargelegt werden.

(BGH, Urteil v. 15.06.2011, Az.: XII ZR 94/09)

(WEL)

Foto : ©iStockphoto.com/Marina_Di


Rechtstipp vom 04.08.2011
aus der Themenwelt Familie und Beziehung und dem Rechtsgebiet Unterhaltsrecht

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