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Altersrente und Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

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Die Regelaltersrente

Die Altersgrenze für einen Anspruch auf Altersrente wurde von der Vollendung des 65. Lebensjahres stufenweise auf die Vollendung des 67. Lebensjahres angehoben. Einen Anspruch auf die Regelaltersgrenze haben nun Versicherte, wenn sie

  • die Regelaltersgrenze erreicht haben und
  • die allgemeine Wartezeit erfüllt haben.

Die allgemeine Wartezeit beträgt 5 Jahre.

Altersrente für langjährig Versicherte

Einen Anspruch auf Altersrente für langjährig Versicherte hat, wer

  • das 67. Lebensjahr vollendet und
  • die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt hat

Besonderheit:

Versicherte, die vor dem 01.01.1964 geboren sind haben frühestens Anspruch auf Altersrente für langjährig Versichert, wenn sie

  • das 65. Lebensjahr vollendet und
  • die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Anspruch auf Altersrente für besonders langjährig Versicherte haben Versicherte, die

  • das 65. Lebensjahr vollendet haben und
  • die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben

Auf die Wartezeiten werden hier beispielsweise auch Berücksichtigungszeiten und andere Zeiten angerechnet.

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Einen Anspruch auf Altersrente für schwerbehinderte Menschen haben Versicherte, wenn sie

  • das 65. Lebensjahr vollendet haben
  • bei Beginn der Altersrente als schwerbehinderte Menschen anerkannt sind und
  • die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben

Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung

Eine teilweise Erwerbsminderung liegt dann vor, wenn der Versicherte aufgrund Gesundheitsstörung oder Behinderung nicht nur vorübergehend nur noch 3 bis unter 6 Stunden täglich im Rahmen einer 5-Tage-Arbeitswoche unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein kann. In diesem Fall würde der Gesundheitszustand dem Versicherten nur erlauben, verkürzt zu arbeiten, also unter 6 Stunden arbeitstäglich.

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Eine volle Erwerbsminderung liegt immer dann vor, wenn der Versicherte aufgrund von Gesundheitsstörung oder Behinderung nicht nur vorübergehend nur noch weniger als 3 Stunden täglich im Rahmen einer 5-Tage Arbeitswoche unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein kann.

Rente wegen Berufsunfähigkeit

Für die Rente wegen Berufsunfähigkeit gilt eine Sonderregelung für vor dem 02.01.1961 geborene Versicherte, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation einen Berufsschutz genießen.

Berufsunfähigkeit bedeutet, verkürzt ausgedrückt, dass der bisherige versicherungspflichtige Beruf wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zu einem ähnlich ausgebildeten Gesunden nur noch weniger als 6 Stunden täglich ausgeübt werden kann. Hier werden von den Sozialgerichten strenge Maßstäbe angelegt.

Die Voraussetzungen für die Rente wegen Berufsunfähigkeit liegen jedoch selten vor, weil kaum ein Versicherter bis zum Eintritt des Versicherungsfalls ununterbrochen in seinem erlernten Beruf gearbeitet hat.

Ein Grad der Behinderung entsprechend dem Schwerbehindertenrecht hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Feststellung der Leistungsfähigkeit nach dem Rentenrecht. Hier erfolgt eine gesonderte Beurteilung.

Immer rechtzeitig beantragen

Versicherte, die bereits längere Zeit krank sind und daher eine versicherungspflichtige Tätigkeit nicht mehr regelmäßig ausüben können, sollten rechtzeitig (vor dem Auslaufen des Krankengeldanspruchs) einen Rentenantrag stellen. Das gilt insbesondere dann, wenn aktuell keine Besserung in Sicht ist. Manche Versicherte werden auch von den Agenturen für Arbeit aufgefordert, einen Rentenantrag zu stellen. Dieser Aufforderung sollte unverzüglich nachgekommen werden.

Zu dieser Thematik finden sich noch weitere Rechtstipps, in denen auf weitere Einzelheiten eingegangen wird.

Rechtsanwalt Frank Weiland, Zella-Mehlis/Thüringen


Rechtstipp vom 11.12.2016
aus den Rechtsgebieten Sozialrecht, Sozialversicherungsrecht

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