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Amtliche Verwahrung des Privattestamentes

Rechtstipp vom 24.01.2019
(1)
Rechtstipp vom 24.01.2019
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Ich empfehle die amtliche Verwahrung des privatschriftlich gefertigten Testaments beim Nachlassgericht Ihres Wohnortes.

Die Vernichtung oder fehlende Auffindbarkeit des Originals der Testamentsurkunde beweist nicht automatisch den Widerruf des vom Erblasser handschriftlich gefertigten Testaments. Das Fehlen des Originals der Testamentsurkunde allein lässt nicht auf eine Vernichtung durch den Erblasser in Widerrufsabsicht schließen.

Das Amtsgericht Köpenick hat mit Beschluss vom 03.05.2018 – 64 VI 154/17 einen Erbscheinantrag zurückgewiesen. Das Kammergericht Berlin hat in seiner Entscheidung vom 03.08.2018 – 6 W 52/18 diesen Beschluss bestätigt, auch wenn grundsätzlich derjenige, der ein testamentarisches Erbrecht geltend macht, dies durch Vorlage des Originals der Testamentsurkunde nachzuweisen hat.

Derjenige, der die Rechtsfolgen aus einem anderen Testament oder aus der gesetzlichen Erbfolge herleitet, muss diese beweisen, denn das Fehlen der Originaltestamentsurkunde allein reicht nicht für die Vermutung des Widerrufs des Testaments aus.

Der testamentarische Erbe kann unter anderem mit Hilfe der Kopie des Testaments und weiteren Beweismitteln die Rechtsfolgen der testamentarischen Erbfolge herleiten.

Es wird durch den Richter ein Erbschein auf Grund testamentarischer Erbfolge erlassen, mit dem sich der testamentarische Erbe als Erbe ausweisen kann, soweit dies notwendig ist, zum Beispiel zur Vorlage bei einer Bank. Denn in diesem Fall ist die Bank berechtigt, einen Erbschein zu verlangen. 


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

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