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Anfechtung durch Reiseveranstalter nicht zulässig!

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Einige Urlauber hatten vor wenigen Wochen ein vermeintliches Urlaubsschnäppchen beim Reiserveranstalter Jahn Reisen gefunden und gebucht. Nach Buchung erhielten die Kunden wie üblich eine Buchungsbestätigung. Doch schon wenige Tage später dann der Schock:

Der Reiseveranstalter Jahn Reisen, der Teil von DER Touristik ist, erklärt dem Kunden, ein Mitarbeiter habe fälschlicherweise alle Angebotsarten wie Frühbucherrabatt, Langzeitvorteil, Special Offers miteinander kombiniert, anstatt nur einen dieser Rabatte zu verwenden. Der Reisepreis stimme daher nicht und der neue Reisepreis beträgt in etwa das Drei- bis Fünffache. Der Reiseveranstalter erklärt den Kunden zudem die Anfechtung wegen eines sog. Erklärungsirrtums.

Aus unserer Sicht kann der Veranstalter in diesem Fall allerdings nicht wegen eines Erklärungsirrtums anfechten. Es handelt sich aus juristischer Sicht nicht um einen Fall des Erklärungsirrtums, sondern es liegt ein sog. verdeckter Kalkulationsirrtum vor. Dieser ist als Motivirrtum unbeachtlich und berechtigt nicht zur Anfechtung. Grundsätzlich hat sich der Veranstalter vorliegend völlig fehlerfrei gegenüber dem Kunden mitgeteilt. Lediglich die Preiskalkulation, welche intern erfolgte, erfolgte nach Schilderung des Veranstalters fehlerhaft. Mithin besteht ein Unterschied zu dem Fall, in welchem dem Erklärenden ein Versehen in der äußeren Erklärungshandlung unterläuft, er sich etwa verschreibt, was zur Anfechtbarkeit wegen Erklärungsirrtums führt, vgl. MüKoBGB/Armbrüster, 8. Aufl. 2018, BGB § 119 Rn. 88. War der Kalkulationsfehler für den Reisenden nicht ersichtlich, weil z. B. die Traumreise auf die Malediven ähnlich günstig auf anderen Portalen wie z. B. Urlaubspiraten zu finden ist, so kann der Reisende auf Durchführung der Reise bestehen. Der Reisende sollte sich in diesem Fall nicht vom Veranstalter verunsichern lassen, sondern sogleich anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Reiserecht

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