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Anhörungsbogen erhalten? 8 häufige Fragen

Rechtstipp vom 31.08.2018
Rechtstipp vom 31.08.2018

Ihnen wird ein Geschwindigkeitsverstoß, ein Rotlichtverstoß, ein Abstandsverstoß, die Nutzung eines Mobiltelefons oder eine andere Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr vorgeworfen? Dann erhalten Sie von der Verwaltungsbehörde in der Regel einen sogenannten Anhörungsbogen. In diesem Beitrag beantworte ich Ihnen die häufigsten Fragen zum Anhörungsbogen.

1. Warum bekomme ich überhaupt einen Anhörungsbogen?

Im Anhörungsbogen eröffnet Ihnen die Verwaltungsbehörde, welcher Vorwurf Ihnen zur Last gelegt wird. Gleichzeitig werden Sie über Ihre Rechte belehrt. Schließlich gibt man Ihnen die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Das liegt daran, dass die Verwaltungsbehörde gesetzlich verpflichtet ist, Ihnen vor einer Entscheidung in Ihrer Sache rechtliches Gehör zu gewähren.

2. Bin ich dazu verpflichtet, den Anhörungsbogen auszufüllen und zurückzuschicken?

Nein, das sind Sie grundsätzlich nicht.

Sie sind lediglich gem. § 111 OWiG verpflichtet, der Behörde gegenüber Angaben zu Ihrer Person zu machen. Dies betrifft Angaben wie Name, Anschrift, Geburtsdatum etc. Da die Behörde Ihnen den Anhörungsbogen zuschicken konnte, ist jedoch davon auszugehen, dass Ihre Angaben zur Person dort bereits bekannt sind. Nur dann, wenn Sie im Anhörungsbogen falsche Angaben zu Ihrer Person feststellen, müssen Sie diese korrigieren und den Anhörungsbogen zurückschicken.

3. Sollte ich den Anhörungsbogen trotzdem ausfüllen und zurückschicken?

Nein, auf keinen Fall! Verständlicherweise haben Sie das Bedürfnis, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Vielleicht sind Sie auch der Auffassung, mit einer Einlassung gegenüber der Verwaltungsbehörde erreichen zu können, dass diese den Vorwurf nicht weiter verfolgt. Damit liegen Sie jedoch meistens falsch. Sinnvoller ist es immer, zunächst zu schweigen und einen Rechtsanwalt zurate zu ziehen.

4. Muss ich mit dem Anhörungsbogen sofort zu einem Rechtsanwalt?

Selbstverständlich können Sie mit dem Anhörungsbogen umgehend einen Rechtsanwalt aufsuchen, der sich dann um alles Weitere kümmert. Es besteht die Möglichkeit, über einen Rechtsanwalt bereits in diesem frühen Stadium Akteneinsicht bei der Verwaltungsbehörde zu nehmen. Sie können jedoch zunächst auch noch abwarten, was weiter passiert.

5. Was passiert im weiteren Verlauf?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie demnächst einen Bußgeldbescheid erhalten. Dieser wird Ihnen in der Regel in einem gelben Umschlag zugestellt, auf dem auch das Datum der Zustellung vermerkt ist. Bitte bewahren Sie den Umschlag unbedingt auf, denn das dort vermerkte Datum ist maßgeblich für den Beginn der zweiwöchigen Einspruchsfrist gegen den Bußgeldbescheid.

6. Wann sollte ich einen Rechtsanwalt aufsuchen?

Spätestens nach Erhalt eines Bußgeldbescheids sollten Sie schnellstmöglich einen Rechtsanwalt aufsuchen. Dieser wird prüfen, ob es Sinn macht, Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen. Hierfür benötigt er den Bußgeldbescheid und den gelben Umschlag, damit er prüfen kann, wann die Einspruchsfrist abläuft. Viele Bußgeldbescheide sind im Ergebnis rechtsfehlerhaft. Wenn das in Ihrem Fall zutreffen könnte, wird Ihr Rechtsanwalt Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen, Akteneinsicht nehmen und alle weiteren Schritte für Sie einleiten. Sie können sich dann erst einmal entspannt zurücklehnen.

7. Ich bin rechtsschutzversichert. Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Anwaltskosten?

Ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, klärt Ihr Rechtsanwalt sicherlich gern für Sie. Hierfür benötigt er von Ihnen Angaben zu Ihrer Versicherung. Bei den meisten heute erhältlichen Tarifen ist der Rechtsschutz für Verkehrsordnungswidrigkeiten enthalten, sodass Ihnen in der Regel keine Kosten oder allenfalls sehr geringe Kosten in Höhe einer eventuellen Selbstbeteiligung und etwaiger von der Versicherung nicht übernommener Auslagen entstehen.

8. Muss ich einen Rechtsanwalt beauftragen, der bei mir in der Nähe ansässig ist?

Nein. Der erforderliche Austausch von Dokumenten und Informationen kann auf Ihren Wunsch vollumfänglich telefonisch, postalisch oder per E-Mail abgewickelt werden. Ich verteidige deutschlandweit in Bußgeldverfahren.

Sie haben einen Anhörungsbogen oder einen Bußgeldbescheid erhalten?

Zögern Sie nicht, mich anzurufen. Ich bin gern für Sie da und übernehme alle weiteren Schritte für Sie.


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