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Anlegerskandal-/ Betrugsverdacht der Infinus AG

Rechtstipp vom 08.11.2013
(25)
Rechtstipp vom 08.11.2013
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Ausweislich einer Pressemitteilung des Landeskriminalamtes Sachsen haben am gestrigen Tage mehr als 400 Beamte in Dresden, Stuttgart, in der Nähe von Köln, Frankfurt, Traunstein sowie in Salzburg/Österreich die Geschäftsräume von rund 30 Firmen sowie die Privaträume von insgesamt acht Beschuldigten im Alter von 35 bis 55 Jahren durchsucht. Die sechs deutschen Beschuldigten, wurden aufgrund bestehender Haftbefehle festgenommen.

Den Beschuldigten wird der Vorwurf gemacht, als Verantwortliche einer in Dresden ansässigen Firmengruppe, welche sich mit dem Vertrieb von Finanzprodukten befasst, eine Vielzahl von Anlegern betrogen zu haben. In diesem Zusammenhang sollen bei der Ausgabe von Orderschuldverschreibungen in Verkaufsprospekten unrichtige Angaben zur Vermögens- und Ertragslage der Emittenten gemacht worden sein.

In neuesten Berichten wird vermutet, dass diese unrichtigen Angaben auf dubiosen Geschäften mit Gold-Sparplänen beruhen könnten, in deren Folge es zu einer Aufblähung des Umsatzes, des Gewinns und des operativen Cashflows gekommen sein soll.

Hiervon sollen ca. 25.000 Personen mit einem Anlagevolumen von insgesamt rund 400 Millionen Euro betroffen sein.

Bei der in Dresden ansässigen Firmengruppe handelt es sich um die sogenannte Infinus-Gruppe. Im Mittelpunkt dieser Gruppe steht die Firma Infinus AG Anlageinstitut, die dem Firmengeflecht der Firma Future Business KG aA zuzuordnen ist.

Auf der Internetpräsenz der Firma Future Business KG aA werden Anleger mit den Begriffen der Verlässlichkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz geworben. Es wird zudem auf die Tradition und Kompetenz in Langzeitprodukten abgestellt.

Die Firmengruppe bezeichnet ihr Wirken in diesem Zusammenhang als „Die neue Dimension der Geldanlage". In diesem Zusammenhang wurde auch vermehrt auf Top-Ratings von Agenturen verwiesen. Darüber hinaus gelang es wohl auch prominente Fürsprecher zu gewinnen. Der Internetauftritt der Firmengruppe verweist auf nahezu jeder Seite auf ein Grußwort von Prof. Dr. Kurt H. Biedenkopf zum zehnjährigen Jubiläum der Future Business KG aA. Prof. Dr. Kurt H. Biedenkopf, ehemaliger Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, führt hier aus, dass die Future Business KG aA einen Beitrag dazu leisten kann, das Vertrauen der Menschen in diesen Wirtschaftsbereich wieder zu stärken, das durch Fehlhalten vieler mächtiger Finanzinstitute so schwer beschädigt wurde.

Angesichts der neuesten Entwicklung, mit Blick auf die staatsanwaltlichen Maßnahmen, dürfte nicht nur das Vertrauen der Anleger beschädigt sein, vielmehr droht möglicherweise auch der Verlust der Anlagen selbst.

Durchsuchungs- beziehungsweise Haftbefehle werden grundsätzlich durch die Behörden nicht leichtfertig erlassen. Insbesondere bedarf es für den Erlass eines Haftbefehls eines dringenden Tatverdachts, der nur dann besteht, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass der Beschuldigte Täter oder Teilnehmer einer Straftat ist. Hierfür reichen allerdings bloße Vermutungen nicht aus, sondern der dringende Tatverdacht muss sich aus bestimmten Tatsachen herleiten.

Der Sachverhalt reiht sich ein in eine Vielzahl weiterer Anlegerskandale wie beispielsweise der Immobiliengruppe S&K oder des Fondsemissionshauses Wölbern Invest KG. Betrachtet man jedoch die betroffene Anzahl der Anleger und die im Raum stehenden Anlagegelder, so ist hier eine neue Dimension eröffnet.

Betroffenen Anlegern und Investoren muss dringlich geraten werden, die weitere Entwicklung sorgfältig zu verfolgen und etwaig fachlich versierte und erfahrene anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath steht hier mit ihrer ausgewiesenen Kompetenz zur Verfügung, Ansprechpartner ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


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