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Anmerkungen zu Schadensersatzansprüchen bei offenen Immobilienfonds wie den „Morgan Stanley P 2 Valu

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Derzeit werden wieder verschiedene Immobilienfonds geschlossen, bei denen Anleger erhebliche Verluste hinnehmen müssen.

Nicht nur aufgrund dieser aktuellen Geschehnisse fragt sich generell, ob der einzelne Anleger richtig beraten wurde und ob z.B. das Kapitalanlageprodukt Risiken hat, die der Anleger nicht kannte.

Vor diesem Hintergrund kann nur jedem Anleger grundsätzlich und immer geraten werden, auch bei Fehlen von Zweifeln oder Misstrauen sein Kapitalanlageprodukt zu prüfen oder überprüfen zu lassen. Erwähnt sei hierzu auch, dass für einen Schadensersatzanspruch, der als Ziel die Rückabwicklung hat, nicht Voraussetzung ist, dass schon ein eklatanter Schaden eingetreten ist.

Wenn wie z.B. aktuell beim „Morgan Stanley P 2 Value" mit hohen Verlusten zu rechnen ist, erleichtert dieser aktuelle Stand zumindest nicht unbedingt die erfolgreiche Durchsetzung von Ansprüchen gegen die Kapitalanlagegesellschaft oder gegen andere Personen wie Initiatoren, Geschäftsführern etc.

Ein Schadensersatzanspruch kann sich einerseits durch die Prospekte und sonstige Informationen, die der Anleger erhielt oder auch nicht erhielt, ergeben.

Ein Anspruch kann sich natürlich vor allem auch durch eine unterlassene oder fehlerhafte Aufklärung und Beratung ergeben. Hat eine Bank oder ein Bankberater die Beratung geleistet, so gibt es im Vergleich zu den sonstigen Anlageberatern und Anlagenvermittlern noch mehr Ansatzpunkte, die in jedem Einzelfall zu prüfen sind.

Eine anleger- und anlagengerechte Beratung und der erforderliche Beratungsumfang hängen immer vom Produkt und andererseits von den Kenntnissen, Erfahrungen etc. des Anlegers ab. Aufgrund dieser individuellen und persönlich notwendigen Aufklärung und Beratung kann die Überprüfung der Beratungsdienstleistung und möglicher Schadensersatzansprüche nur im Einzelfall erfolgen.

Hierbei sind eine ganze Anzahl von Punkten zu prüfen und Informationen etc. auszuwerten und zu bewerten. Nur beispielhaft seien folgende Punkte genannt, wobei jeder einzelne Punkt für sich mit Problemfeldern behaftet sein kann.

- Frage nach der Verjährung
- Aufklärung zu Rückvergütungen bzw. zu Kickbacks
- Beweislage (Dokumentationen, Notizen, Zeugen etc.)
- Aufklärung über die Risiken
- Anlageziel, Risikoklasse, Risikofähigkeit etc.
- Vorkenntnisse, Vorerfahrungen und Produktkenntnisse des Anlegers
- Art der Kontaktanbahnung und des Vertragsabschlusses

Bereits die Frage nach der Verjährung zeigt auf, dass der Anleger sich möglichst frühzeitig informieren und vor allem sich beraten lassen sollte. Grundsätzlich gilt eine dreijährige Verjährungsfrist. Die Verjährungsfrist beginnt aber erst zu laufen, wenn der Geschädigte vom Anspruchsgegner und vor allem von den anspruchsbegründenden Umständen Kenntnis erlangt hat oder grob fahrlässig nicht erlangt hat. Ab wann der Anleger in diesem Sinne möglicherweise grob fahrlässig nicht tätig wurde und der Eintritt der Verjährung droht, muss im Einzelfall bestimmt werden und der Anleger ist in aller Regel nicht in der Lage diese Frage richtig zu beurteilen.

Nicht das Vorliegen von Pflichtverletzungen sondern eher die Beweislage ist in den meisten Fällen das Problem. Einerseits gibt es klare Rechtsprechungshinweise, die die Beweislage zugunsten des Anlegers verändern wie z.B. die Frage nach Rückvergütungen und Kickbacks. Bei Fehlen von schriftlichen Beweisen sind auch immer die Vorerfahrungen, Produktkenntnisse etc. des Anlegers für die Beurteilung mitentscheidend.

Rechtsanwalt Ganz-Kolb ist Inhaber der Kanzlei Ganz-Kolb,

Friedrichsring 10,

68161 Mannheim,

Telefon 0621 1 666 822,

Fax 0621 1666 823,

e-mail: info@ganz-kolb.de

Schwerpunktmäßig ist RA Ganz-Kolb auf dem Gebiet des Kapitalanlagerechts, dem Bankrecht und des Anlegerschutzes tätig. Durch fachspezifische Tätigkeiten bei Banken etc. (z.B. 7-jährige Tätigkeit bei einem großen Discount-Broker/Wertpapierbank) sind umfangreiche und praktische Produktkenntnisse und Kenntnisse der Vertriebsabläufe vorhanden. Dies beginnt bei einer atypisch stillen Beteiligung und endet bei den Zertifikaten.


Rechtstipp vom 29.10.2010
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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