Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.

Arbeitgeber darf Rückkehr aus Homeoffice anordnen

  • 2 Minuten Lesezeit

Bereits im Mai hatte ich mich im Rahmen eines Rechtstipps (Rechtstipp vom 15.05.2021) mit der Frage beschäftigt, ob der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer, der im Home Office arbeitet, einseitig zurück an den Arbeitsplatz zitieren darf. 

In der Zwischenzeit hatten sich auch einige Richter mit dieser Frage zu beschäftigen, zuletzt das LAG München (Urteil vom 26.08.2021; Az. 3 SaGa 13/21):

Geklagt hatte ein Grafiker, der seine Tätigkeit - wie (fast) alle seine Kollegen - seit Dezember 2020 aus dem Home Office erbrachte. Der Geschäftsführer hatte es den Mitarbeitern damals gestattet, ihre Tätigkeit von zu Hause aus auszuführen. 

Im Februar 2021 wies der Geschäftsführer den Kläger allerdings an, die Tätigkeit wieder aus dem Büro zu erbringen. 

Hiergegen wehrte sich der Grafiker - ohne Erfolg.

Nach Ansicht des LAG München war der Arbeitgeber berechtigt, den Kläger zurück ins Büro zu zitieren. Es hatten sich in der Zwischenzeit betriebliche Gründe ergeben, die erforderten, dass der Kläger seine Arbeit im Büro verrichtet.

Der Arbeitgeber sei unter Wahrung billigen Ermessens berechtigt, den Arbeitsort durch Weisung neu zu bestimmen.

Dies insbesondere, da ein Arbeitsort weder arbeitsvertraglich noch anderweitig ausdrücklich vereinbart war.

Auch aus der SARS-CoV-2-ArbSchVO könne der Grafiker kein Recht ableiten, seine Tätigkeit von zu Hause aus erbringen zu dürfen. 

Die Entscheidung des Arbeitsortes obliege dem Arbeitgeber. Stehen zwingende betriebliche Gründe einer Tätigkeit aus dem Home Office entgegen, könne der Arbeitgeber auch zu Zeiten einer Pandemie verlangen, dass der Arbeitnehmer die Arbeit im Büro erbringt. 

Die Entscheidung des LAG München hat sicherlich eine erleichternde Tendenz für Arbeitgeber. Allerdings sind die Umstände im Einzelfall stets zu beachten.

Ein Anspruch auf Home Office kann sich beispielsweise dann ergeben, wenn dies (nicht zwingend schriftlich) vereinbart wurde.

Zudem sind die Hürden an die betrieblichen Umstände, die eine Tätigkeit aus dem Büro erfordern, nicht zu unterschätzen. Der Arbeitgeber muss objektive Argumente vorweisen können, weshalb die Tätigkeit nun nicht mehr von zu Hause aus erbracht werden kann.

Gerne sehen wir uns Ihre individuelle Situation an und beraten Sie hierzu.

Foto(s): @Pixabay; @adobestock

Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwältin Nicola S. Casper-Hösl LL.M. (UCT)

Die Impfkampagne hat langsam ihren Lauf genommen und die Inzidenzzahlen sinken. Irgendwann - in hoffentlich absehbarer Zukunft - wird der Alltag zurückkehren und die Laufzeit der derzeit gültigen ... Weiterlesen
Nicht zuletzt durch die Globalisierung und die Reisefreude der Menschen weisen auch erbrechtliche Streitigkeiten vermehrt grenzüberschreitende Konstellationen auf. Aber welches Recht findet ... Weiterlesen
Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung („Corona-ArbSchV“) ist diese Woche in Kraft getreten. Sie gilt (zunächst) befristet bis einschließlich 15. März 2021. Welche Rechte und Pflichten ergeben ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

12.05.2022
Die wichtigsten Fakten Arbeitnehmer müssen seit 24. November 2021 wieder im Homeoffice arbeiten, wenn keine ... Weiterlesen
08.04.2021
Für viele Arbeitnehmer ist es ein Traum, manchen Arbeitgebern jedoch ein Dorn im Auge – das Arbeiten im ... Weiterlesen
18.02.2022
Die wichtigsten Fakten Der Arbeitgeber ist entweder eine natürliche oder eine juristische Person. Er ... Weiterlesen