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Anwaltsempfehlung von der Rechtsschutzversicherung – eine gute Wahl für Ihr Recht?

  • 2 Minuten Lesezeit

Viele Rechtsschutzversicherungen sind dazu übergegangen, ihren Kunden im Schadensfall einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin zu empfehlen. Für die Versicherungsnehmer stellt sich hier die Frage: Ist so ein empfohlener Rechtsanwalt unabhängig und nur den Interessen des Mandanten verpflichtet?

Grundsätzlich ist es natürlich hilfreich, wenn man als Betroffener im Schadensfall einen kompetenten Anwalt empfohlen bekommt. Doch spätestens wenn die Empfehlung für Anwälte, die beispielsweise einem bestimmten Netzwerk oder einer Vereinigung angehören, mit einem Kostenbonus für den Versicherungsnehmer verbunden ist, sollte man skeptisch werden. So bieten z. B. einige Rechtsschutzversicherungen eine Reduktion der Selbstbeteiligung oder gar deren Entfall an, wenn sich ein Kunde für einen empfohlenen Anwalt entscheidet.

Warum tun Rechtsschutzversicherer das? Nun, weil es für sie unterm Strich günstiger ist. Denn mit den empfohlenen Anwälten haben die Versicherungen Verträge geschlossen, die dazu führen, dass der Anwalt für weniger Geld die außergerichtliche Vertretung übernimmt. Dabei sind „Rabatte“ von 30 % auf den Durchschnittsgebührensatz keine Seltenheit. Nun ist es so, dass in einer durchschnittlichen Kanzlei von allen Einnahmen etwa 50 % für die Betriebskosten aufgewendet werden müssen. Verzichtet der Anwalt also auf 30 % seiner Einnahmen, so verdient er deutlich weniger, außer er benötigt deutlich weniger Zeit für das jeweilige Mandat. 

Ein weiterer Aspekt kommt unserer Erfahrung nach hinzu: Rechtsschutzversicherungen müssen, auch bei geringen Streitwerten, für die oftmals sehr hohen Verfahrenskosten, z. B Kosten für Sachverständigengutachten, aufkommen. Ob nun ein Anwalt, der einen wesentlichen Teil seines Umsatzes mit von der Versicherung empfohlenen Mandanten erzielt, hier immer bei Erfolgsaussicht zur Klage raten wird? Falls er regelmäßig hohe Kosten für die Rechtsschutzversicherung produziert, würde diese sich sicherlich zukünftige Empfehlungen überlegen.

Was sollten Sie also tun, wenn sie eine Anwaltsempfehlung von der Versicherung bekommen? Fragen Sie einfach die Anwältin oder den Anwalt, wie das Verhältnis zur Rechtsschutzversicherung ist. Ein guter Kollege/eine gute Kollegin wird Ihnen ehrlich darauf antworten. Und dann entscheiden Sie nach Sympathie und Ihrem persönlichen Bauchgefühl. 

Für Ihre Fragen zu diesem Thema stehen wir natürlich gerne zur Verfügung – unabhängig von jeder Versicherung und nur dem Recht und unseren Mandanten verpflichtet.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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