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Anwaltshaftung - welche Schäden hat der Anwalt zu ersetzen?

Rechtstipp vom 24.01.2014
Rechtstipp vom 24.01.2014

Voraussetzung ist zunächst, dass dem Mandanten überhaupt ein Schaden entstanden ist. Der Schaden muss darüber hinaus ursächlich (kausal) auf den Anwaltsfehler zurückzuführen sein. Hieran fehlt es, wenn der Mandant bei einem Vermögensvergleich zwischen der bestehenden Situation und der Situation ohne die Pflichtverletzung des Anwalts nicht schlechter dasteht. Bei dieser hypothetischen Betrachtung muss der Mandant also so gestellt werden, wie er bei richtigem Verhalten des Anwalts stünde. Dies ist über einen Vergleich der tatsächlichen Vermögenslage mit der hypothetischen Vermögenslage ohne die Pflichtverletzung zu erreichen.

Typischer Fall ist die Versäumung einer Rechtsmittelfrist durch den Anwalt. Sie führt dazu, dass der Mandant mit den Folgen des erstinstanzlichen Urteils leben muss. Kausal für einen Schaden ist die Fristversäumnis aber nur, wenn und soweit der Mandant bei Durchführung des Rechtsmittelverfahrens ein besseres Ergebnis erzielt hätte.

Steht fest, dass bei ordnungsgemäßem Vorgehen des Anwalts der tatsächlich verloren gegangene Prozess gewonnen worden wäre, hat der Anwalt sämtliche entstandenen Verfahrenskosten sowie den geltend gemachten Anspruch zu ersetzen. Umgekehrt verhält es sich, wenn der Mandant bei richtiger Aufklärung durch den Anwalt mangels Erfolgsaussicht ein Gerichtsverfahren nicht angestrengt hätte. Als Schaden kommen dann die unnütz aufgewendeten Prozesskosten in Betracht.

Rechtsanwalt Michael Timpf


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Anwaltshaftung

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