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Arbeitslos wegen der Corona-Krise – was jetzt gilt!

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Arbeitslos wegen der Corona-Krise – was jetzt gilt!
Die derzeitige Corona-Pandemie führt leider auch einige Menschen in die Arbeitslosigkeit.
  • Nach der Kündigung muss man sich innerhalb von 3 Tagen bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Dies muss derzeit aber nicht persönlich erfolgen.
  • Alle persönlichen Gesprächstermine entfallen im Moment, ohne dass Rechtsfolgen eintreten.
  • Die Stellung eines Hartz-IV-Antrags sollte am besten schriftlich erfolgen. Ein persönliches Vorsprechen ist nicht nötig. Die Vermögensprüfung für Hartz-IV-Anträge wird aufgrund der Corona-Pandemie für ein halbes Jahr ausgesetzt. 
  • Telefonische Anfragen sollte man derzeit, wann immer es geht, vermeiden, da die zentralen Telefonnummern sehr häufig überlastet sind.

Was muss man beachten, wenn man aufgrund der Corona-Pandemie entlassen worden ist?

Wenn Sie wissen möchten, ob und unter welchen Umständen eine Kündigung wegen der Corona-Krise überhaupt möglich ist, lesen Sie bitte hier weiter.

Nach der Kündigung ist es erforderlich, sich binnen 3 Tagen bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend bzw. arbeitslos zu melden. In der derzeitigen Situation muss und kann die Arbeitslosmeldung nicht persönlich durchgeführt werden.

Alle nötigen Antragsformulare und Informationen stehen online zur Verfügung und auch die Anträge selbst können online gestellt werden. Dies kann formlos per E-Mail oder über die eServices der Arbeitsagentur geschehen.

Darüber hinaus können Sie die Arbeitslosmeldung auch telefonisch durchführen und Anträge, wie den auf Hartz IV, formlos per Post schicken oder in den Hausbriefkasten der jeweils zuständigen Dienststelle werfen. Dadurch, dass Sie nicht persönlich vorsprechen, kann es zu keinerlei Nachteilen für Sie kommen.

Muss man trotz Corona-Krise zu Terminen bei der Arbeitsagentur/beim Jobcenter erscheinen?

Sämtliche persönliche Gesprächstermine entfallen derzeit, ohne dass es zu Rechtsfolgen kommt. Es ist nicht nötig, diese Termine abzusagen. Eine telefonische Kontaktaufnahme diesbezüglich ist grundsätzlich nicht erforderlich. Sämtliche Maßnahmen für Hartz-IV- und Arbeitslosengeld-Bezieher werden zunächst ausgesetzt. Das betrifft u. a. nahezu alle Weiterbildungsmaßnahmen, die eine physische Anwesenheit" der Betroffenen erfordern.

Seit 18.03.2020 ist ohnehin für Kunden kein offener Zugang mehr in Gebäude der Arbeitsagentur möglich. Lediglich für Notfälle existiert vor Ort eine Kontaktmöglichkeit. Wie genau sich die Situation in Ihrer Arbeitsagentur/Ihrem Jobcenter gestaltet, entnehmen Sie bitte der regionalen Presse und Aushängen an den Gebäuden vor Ort.

Was ist zu tun, wenn man keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat oder die Leistung nicht zur Deckung des Lebensunterhalts ausreicht?

Sollten Sie sich in dieser Lage befinden, haben Sie die Möglichkeit einen Antrag auf Grundsicherung für Arbeitssuchende, umgangssprachlich als Hartz IV bezeichnet, zu stellen. Leistungsberechtigt sind Sie, wenn Sie nicht genügend Einkommen und Ersparnisse haben, um Ihre Lebenshaltungskosten zu decken.

Ob eine Arbeitslosmeldung Ihrerseits vorliegt, ist nicht ausschlaggebend. Anspruchsberechtigt können auch Bezieher von Kurzarbeit sein. Außerdem können ebenso Selbstständige, die keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung erhalten, einen Hartz-IV-Anspruch besitzen.

Bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende erhält jede Person im Haushalt eine feststehende Pauschale. Ist ein Einkommen vorhanden, so wird dieses (zum Teil) angerechnet. Das bedeutet, ausgezahlt wird die Differenz zwischen dem Einkommen und dem ermittelten Leistungsanspruch.

Allerdings findet wegen der Corona-Krise derzeit befristet für ein halbes Jahr keine Vermögensprüfung für Hartz-IV-Anträge statt. Sie müssen aber erklären, dass Sie über kein großes Vermögen verfügen. Dennoch spielt es im Moment bei der Antragstellung nur eine untergeordnete Rolle, was Betroffene genau von ihren Bankguthaben, Sparbüchern, Wertpapieren, Grundstücken, Immobilien etc. in Bargeld umwandeln und so für die Bestreitung ihres Lebensunterhalts nutzbar machen können.

Die Antragsbearbeitung erfolgt durch die Jobcenter. Der Anspruch existiert ab dem 1. des Monats der Antragstellung. Es ist nicht notwendig, persönlich vorzusprechen. Da die Jobcenter in der derzeitigen Krisensituation häufig telefonisch nicht zu erreichen sind, sollte man den Antrag schriftlich einreichen (siehe oben).

Wenn Sie bislang schon ergänzend zum Lohn Hartz IV erhalten haben und jetzt von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen sind, ist es empfehlenswert, das Jobcenter möglichst umgehend über die Änderung zu informieren, damit es rasch zu eine Erhöhung Ihrer Hartz-IV-Leistungen kommt.

Den Hartz-IV-Antrag können Sie online downloaden:

https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslosengeld-2/arbeitslosengeld-2-beantragen

Dort sind Informationen zu finden, welche Nachweise zu erbringen sind und an welches Jobcenter Sie sich wenden müssen.

Falls Sie keinen Internetzugang oder Drucker besitzen, genügt auch ein formloses Schreiben zur Beantragung von Grundsicherung für Arbeitsuchende für Sie und Ihre Angehörigen. Führen Sie in diesem sämtliche Personen mit Namen sowie Alter auf und geben Sie Ihre komplette Adresse an. Zusätzlich sollten Sie eine Telefonnummer notieren, unter der das Jobcenter Sie bei Rückfragen erreichen kann. 

Wie kann man derzeit mit der Arbeitsagentur/dem Jobcenter telefonisch Kontakt aufnehmen?

Wegen der hohen Zahl an Nachfragen kommen Anrufer bei den zentralen Rufnummern im Moment nur schlecht durch. Daher haben die örtlich zuständigen Arbeitsagenturen/Jobcenter derzeit zusätzlich lokale Rufnummern geschaltet. Informationen hierzu finden Sie in der Lokalpresse, unter https://www.arbeitsagentur.de/privatpersonen und über lokale Aushänge.

(BCB)

Foto : © Shutterstock/moodboard

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