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Arbeitsrecht: Muss ich zum Personalgespräch erscheinen, auch wenn ich krankgeschrieben bin?

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Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichtes betrifft die Fragestellung, ob ein Arbeitnehmer, der krankgeschrieben ist, auch während seiner Krankheit an einem Personalgespräch teilnehmen muss. Im vorliegenden Fall gaben die Richter dem erkrankten Arbeitnehmer, der seine Teilnahme dreimal verweigerte, Recht.

Dies sei jedoch nicht generell zu entscheiden (Urteil 10 AZR 596/15 vom 2.11.2016).

Wie war die genaue Sachlage?

Der Kläger im vorliegenden Fall war ein Krankenpfleger. Dieser war unfallbedingt längere Zeit krankgeschrieben. Während seiner Krankheitsphase wurde er von seinem Arbeitgeber dreimal zu einem persönlichen Gespräch aufgefordert, bei dem es um die Modalitäten seiner Weiterbeschäftigung gehen sollte. Der Arbeitnehmer erschien zu keinem der vorgeschlagenen Termine und wurde daraufhin abgemahnt. Diese Abmahnung musste der Arbeitgeber nur aus auf richterliche Anordnung wieder aus der Personalakte entfernen.

Die Richter differenzierten: Wenn es einem Arbeitnehmer auch während seiner Krankheit zuzumuten sei, dass er zu einem Gespräch erscheint und wenn dieses Gespräch aus betrieblichen Gründen unverzichtbar ist, so darf der Arbeitnehmer die Anwesenheit des Arbeitnehmers verlangen. Er darf ihn auch per Post oder telefonisch kontaktieren, wenn dies in einem maßvollen Rahmen bleibt.

Im verhandelten Fall des Berliner Krankenpflegers habe jedoch keine Unverzichtbarkeit vorgelegen – deshalb war es dem Arbeitnehmer auch nicht zuzumuten, zu einem Gespräch zu erscheinen.

Das Arbeitsrecht ist in unserer Kanzlei im Herzen von Stuttgart der Schwerpunkt unseres Anwaltskollegen Michael Henne, Fachanwalt für Arbeitsrecht.


Rechtstipp vom 13.12.2016
aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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