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Arbeitszeugnis selbst schreiben?

aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Sollte das Arbeitsverhältnis zu einem Ende kommen, ist es ratsam, sich als Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis ausstellen zu lassen. Darauf besteht sogar ein rechtlicher Anspruch. Manche Arbeitgeber überlassen es ihren Arbeitnehmern, dieses Zeugnis selbst zu schreiben.

Grundsätzlich besteht ein rechtlicher Anspruch darauf, ein Arbeitszeugnis ausgestellt zu bekommen. Dieses ist laut Rechtsprechung „wohlwollend“ zu formulieren. Der Arbeitgeber muss also so positiv wie möglich den Arbeitnehmer bewerten, sodass diesem bestmögliche Bewerbungschancen durch das Zeugnis eröffnet werden. Hiergegen kann sogar anwaltlich oder gerichtlich vorgegangen werden, beispielsweise wenn ein Arbeitgeber ein sehr kurzes Arbeitszeugnis schreibt, oder aber inhaltlich Fehlerhaftes anführt, oder gar ein schlechtes Zeugnis schreibt, um dem Arbeitnehmer Steine in den zukünftigen Weg zu legen. Eine Beratung im Arbeitsrecht kann dann weiterhelfen, die eigenen Rechte zu wahren.

Arbeitszeugnis selber schreiben – geht das?

Einige Arbeitgeber sparen sich die Mühe und lassen den Arbeitnehmer selbst das Zeugnis schreiben. Hiergegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, allerdings muss darauf geachtet werden, dass am Ende der Arbeitgeber das Zeugnis unterschreibt und abstempelt.

Zum Inhalt des Zeugnisses sollte Folgendes bedacht werden: wenn Sie selbst Ihr eigenes Arbeitszeugnis schreiben, empfiehlt es sich, die von Ihnen im Betrieb oder im Unternehmen ausgeführten Tätigkeiten genau darzustellen. So kann Ihr neuer Arbeitgeber schnell einschätzen, welche Fähigkeiten Sie haben und was Sie in Ihrer Arbeitszeit dazu gelernt haben. Auch sollte sich die Beschreibung nicht in einer bloßen Aufzählung Ihrer Tätigkeiten erschöpfen – sprechen Sie auch Ihre charakterlichen Vorzüge und den Umgang mit Kollegen als positive Seite an sich selbst an. Nur Mut, ein schönes Zeugnis zu schreiben! Es sollte zwar nicht in endloser Selbstbeweihräucherung ausarten, aber im Großen und Ganzen lobend und wohlwollend formuliert sein.

Auch können Sie Ihren Arbeitgeber darum bitten, Stellen zu ergänzen oder eine positiv formulierte Zusammenfassung zu schreiben. Es spricht also insgesamt nichts dagegen, das Arbeitszeugnis selbst zu schreiben!

Schlechtes Arbeitszeugnis ausgestellt bekommen?

Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen ein absichtlich schlechtes oder schlecht formuliertes Zeugnis ausgestellt haben, können Sie sich dagegen rechtlich wehren. Zunächst sollten Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen und diesem die Situation detailliert schildern. Der Anwalt wird dann prüfen, ob das Arbeitszeugnis hinnehmbar ist oder nicht. Wenn dem nicht so ist, kann der Anwalt Ihren Arbeitgeber direkt auffordern, ein anständiges und wohlwollendes Zeugnis zu formulieren. Nützt auch das nichts, kann der gerichtliche Weg beschritten werden – dies ist auch zu empfehlen, denn das Arbeitszeugnis ist sehr entscheidend für die Bewerbungen auf einen neuen Arbeitsplatz. Lassen Sie sich daher nicht mit einigen Sätzen abspeisen, die Ihre Tätigkeiten und Ihre Arbeitsmoral nur ungenau umreißen.

Gerne können Sie unsere Kanzlei in Hannover auch bundesweit kontaktieren und mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht sprechen. Dieser schätzt Ihre Situation ein und kann Ihnen mögliche Vorgehensweisen erläutern. Wir freuen uns auf Sie!

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

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            Rechtsanwalt Thomas Feil (Feil Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) Rechtsanwalt Thomas Feil

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