Arbeitszimmer

aus dem Rechtsgebiet Steuerrecht

Das Arbeitszimmer bleibt eines der beliebtesten Streitthemen zwischen Steuerpflichtigen und dem Finanzamt. Der Fiskus vertritt leider eine strenge Linie, der Bundesfinanzhof folgt ihm gerne, doch die findigen Berater und Steuerpflichtigen versuchen weiterhin, die tatsächlich anfallenden Kosten soweit möglich abzusetzen. Mit einer guten Argumentation hat es nun ein Steuerpflichtiger geschafft, das FG Baden-Württemberg davon zu überzeugen, seinen Fall dem BFH vorzulegen, obwohl die Rechtsprechung bisher eindeutig war.

Kosten für ein Arbeitszimmer sind objektbezogen und nicht personenbezogen, so der BFH. Wenn also z. B. zwei Lehrer sich als Ehegatten ein Arbeitszimmer teilen, gilt der Höchstbetrag von 1.250,- € nicht pro Person, sondern für den Raum, also bekommt jeder Ehegatte nur 625,- € anerkannt.

Das FG Baden-Württemberg hat die BFH-Rechtsprechung bestätigt, aber die Revision zugelassen, weil er es für angebracht hält, dass sich der BFH angesichts der Argumente der Steuerpflichtigen noch einmal mit dieser Rechtsfrage befasst (Urteil v. 12.7.2012, 3 K 447/12).

Das Ehepaar begründet seine Auffassung damit, dass sich der Gesetzgeber bei Bemessung der Betragsgrenze an einem Raum von 12 bis 14 qm orientiert habe. Der von ihnen genutzte Raum sei doppelt so groß. Eine objektbezogene Betrachtung des Höchstbetrags könne zu einem verfassungswidrigen Gleichheitsverstoß führen, weil man durch das Einziehen einer Wand den Abzugsbetrag verdoppeln könne. Der Fall, dass zwei Steuerpflichtige einen größeren Raum gemeinsam nutzen, sei genauso zu behandeln wie die Nutzung von zwei getrennten, kleineren Räumen.

Der BFH hat das Revisionsverfahren bis zur Entscheidung des Großen Senats ausgesetzt, in dem es um die Frage geht, ob der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers voraussetzt, dass der jeweilige Raum (nahezu) ausschließlich für betriebliche/berufliche Zwecke genutzt wird. Die Entscheidung liegt inzwischen vor. Er hat die Frage bejaht und entschieden, dass Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, das sowohl zur Erzielung von Einkünften als auch – in mehr als nur untergeordnetem Umfang – zu privaten Zwecken genutzt wird, nicht aufteilbar, sondern insgesamt nicht abziehbar sind (Beschluss v. 27.7.2015, GrS 1/14 , DStR 2016 S. 210). Der BFH wird nun das Revisionsverfahren gegen das Urteil des FG Baden-Württemberg fortsetzen.

Einschlägige Fälle sollten daher durch Einspruch offen gehalten werden, bis der BFH entschieden hat.

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            Rechtsanwalt und Steuerberater Benjamin Schmidt (Kanzlei Schmidt & Partner, Steuerberater / Rechtsanwälte) Rechtsanwalt und Steuerberater Benjamin Schmidt

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